Riesen-Zoff nach Absage
Zugegeben, ein Magen-Darm-Virus ist unberechenbar und unangenehm zugleich. Der ist plötzlich da, ohne jede Vorwarnung, über Nacht, von einer Stunde auf die andere. Ärgerlich, aber nicht zu ändern. Krank ist schließlich krank. Der Virus legte am Sonntag auch Leipzigs Eishockey-Team flach. Die sagten das mit Spannung erwartete Derby gegen die Saale-Bulls, das um 18 Uhr in der Eissporthalle beginnen sollte, ab. Und ernteten dafür jede Menge Ärger und Unverständnis.
"Das ist eine bodenlose Frechheit", schimpfte Saale-Bulls-Präsident Daniel Mischner. Er wurde erst sieben Stunden vor Spielbeginn vom Leipziger Verein informiert. Fieberhaft versuchte er, zusammen mit seinen Vorstandskollegen die Fans zu informieren. Alle konnte er nicht erreichen, Hunderte Anhänger standen Sonntagabend vor der Halle. "Wir sind rund um die Uhr zu erreichen. Man hätte uns vorwarnen können, dass das Spiel auf der Kippe steht. Wir behalten uns rechtliche Schritte vor", sagte Mischner.
Die Saale-Bulls hatten mit einer ausverkauften Halle gerechnet, Werbespots produzieren lassen, Plakate geklebt, für die Gastronomie gesorgt, ein großes Feuerwerk sollte es geben. Der ganze Aufwand war umsonst. Mischner: "Uns ist ein Schaden von rund gerechnet 10 000 Euro allein durch die Vorleistungen entstanden."
Das Spiel soll nun nachgeholt werden. Allerdings bleibt dafür im dichten Terminkalender mit noch 13 Spielen bis zum Beginn der Playoff-Runde am 4. März wohl nur ein Wochentag. "Da kommen statt der erwarteten knapp 4 000 Zuschauer wahrscheinlich gerade mal die Hälfte. Der Schaden bleibt."
Die Spielabsage könnte noch ein Fall für das Sportgericht werden. "Es gibt keinen zeitlichen Rahmen, in dem eine Spielabsage möglich ist. Das kann bei Krankheit tatsächlich auch sehr kurzfristig sein", sagt Marian Czechowski vom Spielgericht des Berliner Eissportverbandes. "Allerdings gilt das nur für den Fall, wenn entsprechende Atteste vorgelegt werden."