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MZ 14.10.2011

in Pressemeldungen über die Saale Bulls 14.10.2011 06:15
von Stephan • Chefchen | 18.630 Beiträge | 109642 Punkte

Der Kopf ist wieder frei

Im Trainerzimmer in der Eissporthalle läuft gerade ein Video, das eigentlich niemand sehen will. Der Film vom vergangenen Freitag mit der Pleite der Saale Bulls zum Saisonauftakt gegen Fass Berlin. Lukas Steinhauer kommt durch die Tür und schaut auf die Aufzeichnung von seinem ganz privaten Eishockey-Pannentag. Immerhin: Er kann schon wieder lachen, über das, was ihm, dem Torwart mit der Rückennummer 30 da widerfahren ist. "Der Kopf ist wieder frei. Damit kann ich leben. Es geht weiter", sagt Lukas Steinhauer, gerade 19 Jahre alt.
Das war in den späten Abendstunden des 7. Oktober noch ganz anders. Steinhauer war zunächst für niemanden ansprechbar. "Ich habe mich nach dem Spiel erst einmal in den Kraftraum verkrochen. Irgendwo musste ich ja meinen Ärger loswerden und alles ein bisschen ordnen, was mir durch den Kopf ging", erzählt er. "Klar, ich habe zwei Fehler gemacht, ganz einfache Schüsse ins Tor rutschen lassen. Das ist mir noch nie passiert", sagt der große Torwart-Talent mit dem Abstand von fast einer ganzen Woche. Und er spricht auch über seinen zweiten Fehler an diesem Abend: "Ich hätte dem Trainer ein Signal geben sollen, dass er mich auswechselt. Ich hätte merken müssen, dass alles nur noch schlimmer werden kann." Es wurde noch schlimmer. Zwei Gegentore später war es dann so weit. Steinhauer schlich entnervt vom Eis. Da aber war dann wirklich alles zu spät.

"Es tut mir leid für die Mannschaft und für die Fans", sagt Steinhauer. "Aber für mich persönlich war es im Nachhinein eine Lehrstunde. Wahrscheinlich braucht man mal so einen Nackenschlag, um weiterzukommen." Lukas Steinhauer kann inzwischen auch deswegen so offen mit seinen Fehlern umgehen, weil ihm niemand den Kopf abgerissen hat. Auch nicht sein Trainer Jiri Otoupalik, obwohl der immer noch sichtlich genervt auf das Video in seinem Trainerzimmer schaut. "Mein Gott, dass gehört bei so einem jungen Spieler einfach dazu. Ich werde ihm bei Gelegenheit mal ein Video mit ein paar Anfängerfehlern von Dominik Hasek zeigen. Das ist nun wirklich ein Weltklassemann."

Steinhauer hat dann am Sonntag das zweite Meisterschaftsspiel der Saale Bulls von der Wechselbank aus miterlebt. "Das war schon vorher so abgesprochen. Es war klar, dass Robert Wolfermann im Tor stehen wird", erzählt Steinhauer. Und er sagt auch, dass es einzig und allein Sache des Trainers ist, wen er ins Tor stellt. "Es ist Woche für Woche Konkurrenzkampf. Ich habe keinerlei Bonus, nur weil ich als Förderlizenzspieler von den Hannover Scorpions gekommen bin und schon mal in der DEL gespielt habe."

Steinhauer freut sich inzwischen auf das nächste Spiel - am Freitag gegen die Icefighters Leipzig. Er wird wieder den Kasten hüten. "Ich weiß, dass in diesen Derbys viel Brisanz steckt und Leipzig ein ganz starker Gegner ist." Darauf hat ihn auch Trainer Jiri Otoupalik eingeschworen. "Die jungen Leute in meiner Mannschaft haben erfahren, dass ihnen nichts geschenkt wird." Und damit meint er nicht nur Steinhauer. "Solche Videos wie das vom letzten Freitag will ich nicht mehr sehen."

Steinhauer wird am Sonntag, das ist dann meist nach einem Auswärtsspiel der Saale Bulls, zurück nach Hannover fahren. Da kommen dann schon mal 400, 500 Auto-Kilometer durch die stockdunkle Nacht zusammen. Anfang der Woche schaut er dann bei den Scorpions vorbei und holt sich seinen persönlichen Wochenfahrplan ab, und zurück geht es nach Halle. Steinhauer: "Eine bessere Lösung habe ich im Moment nicht. Aber das passt schon so."

Und in den nächsten Sätzen spricht er davon, dass er sich mit dem Verein, der Stadt Halle und der Mannschaft längst angefreundet hat. Die Playoff-Spiele im Frühjahr, das ist das Ziel. Und er ist überzeugt, dass es kein Problem ist, die zu erreichen. "Das soll ein Höhepunkt in meiner noch jungen Karriere als Eishockey-Torwart werden", sagt Steinhauer, der übrigens keinen Masterplan hat, wann er endgültig in der DEL angekommen sein will. "Ich nehme es so, wie es kommt", sagt er und schließt nicht aus, dass durchaus noch eine zweite Saison bei den Saale Bulls folgen kann. Und bis dahin hat wird wohl keiner mehr von seinem missglückten Start reden.

Zum Spiel gegen Leipzig am Freitag ab 20 Uhr wird mit einer ausverkauften Volksbank-Arena gerechnet. Allen Fans wird empfohlen, ein paar Minuten früher zu kommen.


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