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MZ 05.11.2010

in Pressemeldungen über die Saale Bulls 05.11.2010 06:12
von Stephan • Chefchen | 18.630 Beiträge | 109642 Punkte

Lebengemütliches trinkengabe Saale-Bulls

Halle (Saale)/MZ. Was ein ehemaliger Bundespräsident mit einem Eishockey-Trainer in Halle zu tun hat? Im Prinzip nicht viel. Außer dass beide bei ihren Amtsantritten zunächst einmal völlig unbekannt waren. "Horst Wer?", fragte "Bild" einst, als Köhler für das höchste Staatsamt vorgeschlagen wurde. Ähnliches tat sich vor knapp zwei Jahren in Halles Eissporthalle, als mal wieder ein neuer Trainer vorgestellt wurde. "Otto Wer?" Inzwischen können fast alle Fans der Saale-Bulls seinen für deutsche Zungen komplizierten tschechischen Namen auf Anhieb richtig aussprechen und schreiben: Jiri Otoupalik.
Köhler ist schon geraume Zeit nicht mehr im Schloss Bellevue, Otoupalik dagegen hat einen unbefristeten Arbeitsvertrag in Halle. Mancher deutscher Eishockey-Verein beneidet die Saale-Bulls inzwischen um den damaligen Glücksgriff. Denn der Tscheche hat aus einem Durchschnittsverein eine überregional beachtete Hausnummer gemacht.

Ein Lächeln im Gesicht, ein einladendes Servus auf den Lippen - das gibt es bei Otoupalik rund um die Uhr. Vor und nach dem Training, vor und nach einem Meisterschaftsspiel in der Eissporthalle, aber auch in der Kaufhalle nahe seiner Strohwitwer-Wohnung in Halle-Neustadt. "Ja, ich habe hier mein Glück gefunden", sagt der Trainer. Er redet flüssig, fast akzentfrei, als hätte er nie etwas anderes außer Deutsch gesprochen. Wobei - das nächste Wort "Lebengemütliches trinkengabe" kommt dann doch etwas holpriger daher. Otoupalik muss selbst über seine Zungenakrobatik schmunzeln. Aber er hat mit diesem einen Wort seine bislang so erfolgreiche Arbeit trefflich charakterisiert.

"Vor zwei Jahren hatten wir viele Stars", erinnert sich der Tscheche. Die drei Finnen sind gemeint, die ihr Geld in Halle verdienten und auch Otoupaliks Landsmann Jan Fadrny. Ein begnadeter Stürmer, aber einer für die Galerie, wenig geeignet für die so genannte Drecksarbeit. Der Trainer hat den Legionärskader entrümpelt. "Wir haben eine Mannschaft. Die Jungs zerreißen sich in jedem Spiel", sagt er.

Es ist das Verdienst eines Coaches, der lange auf seine Chance warten musste. An der Fakultät für Leibeserziehung und Sport der Karls-Universität in Prag hat er den Trainerschein gemacht. Danach hat er sechs lange Jahre auf einen Job in der tschechischen Liga gewartet. Vergeblich. "Das war wie eine geschlossene Gesellschaft. Wenn ein Trainer entlassen wurde, dann stand schon der Nachfolger fest. Keine Chance für einen Neuling. Ich hätte viel früher nach Deutschland gehen sollen", sagt Otoupalik. Es war eine der wenigen Fehleinschätzungen seines Lebens.

Inzwischen arbeitet er sieben Monate im Jahr ziemlich genau 500 Kilometer entfernt von seiner Frau Eliska, die im heimatlichen Brno im Friseurgeschäft unabkömmlich ist. "Es gibt ja Skype. Wir können jeden Abend miteinander telefonieren", sagt er. Otoupalik nimmt die Trennung inzwischen recht gelassen. Und außerdem besucht ihn seine Frau zwei, drei Mal im Jahr in Halle. In einer Stadt, in der sie sich wohl fühlt, in der es eine Reihe tschechischer Gaststätten und auch das geliebte Bier Starobrno gibt. Und es bleiben ja die eishockeyfreien Sommermonate, die der Familie mit den zwei erwachsenen Kindern und den zwei Enkelkindern gehören. Und einem Schwiegersohn, der gerade seine ersten Schritte im Trainergeschäft macht. Der heißt Marek Zubek, ist 35 Jahre alt, ehemaliger tschechischer Fußball-Nationalspieler. Beim USV Scheiblingskirchen spielt er noch in der zweiten Landesliga in Österreich, dazu trainiert er den Kicker-Nachwuchs im Heimatverein Zbrojovka Brno. "Wir reden zu Hause kaum über Sport. Das ist für unsere Frauen dann doch zu anstrengend", sagt Otoupalik. "Es gibt ja schließlich auch genügend andere Themen. Gute Rockmusik oder gemeinsames Grillen."

Hobbys, die den Spielern der Saale-Bulls vermutlich bis heute unbekannt sind. Denn, Otoupalik, den kennen sie nur als arbeitswütigen Trainer, der immer wieder gebetsmühlenartig sagt, dass jedes Spiel bei 0:0 beginnt. Das wird er auch am Freitagabend wieder erklären. Dann gehen die Saale-Bulls als Favorit zum mitteldeutschen Derby gegen Leipzig aufs Eis.


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