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MZ 29.07.2010

in Pressemeldungen über die Saale Bulls 29.07.2010 06:44
von Stephan • Chefchen | 18.630 Beiträge | 109642 Punkte

Ein Mann spielt für seinen Namen

HALLE/MZ. Sommerpause ist Sommerloch, Zeit über Gott und die Welt zu philosophieren. Im Eishockey-Fan-Forum der Saale-Bulls geht das seit vier Monaten so. Das mit Abstand beliebteste Thema sind Spekulationen über anstehende Neuverpflichtungen. Ganz oben in der Hitliste immer wieder ein Name: Florian Eichelkraut. Ausgerechnet der Stürmer aus Leipzig, der die Saale-Bulls regelmäßig abgeschossen hat. Mit 24 Toren in insgesamt 28 Spielen der letzten fünf Jahre. An so einem scheiden sich die Geister. Wenn so einer von einem Erz-Rivalen zum anderen wechselt, dann hat das schon ein fast eine Dimension von Schalke und Dortmund.

Eichelkraut kommt wirklich an die Saale. Natürlich, weil es beim insolventen Verein in Leipzig schon lange kein Geld mehr zu verdienen gab. Natürlich, weil ihm Halle ein solides Angebot gemacht hat. Natürlich, weil er seine Wohnung mitten in der Leipziger Innenstadt nicht aufgeben will und Halle mehr oder weniger vor der Haustür liegt. Vor allem aber, weil er Eishockey auf hohem Niveau weiterspielen will. "Ich habe viel gelernt im letzten Winter, in einer besch... Situation, in der wir Spieler zum Schluss nicht mehr so richtig wussten, ob wir die nächste Miete
noch bezahlen können", sagt Eichelkraut während des Gesprächs mit der MZ auf dem Golfplatz am Cospudener See im Süden von Leipzig. "Der Trainer hat mir damals immer wieder gesagt: Spiele weiter, so gut wie es geht. Du trägst deinen Namen auf dem Trikot. Es gibt genügend Leute auf der Tribüne, die ganz genau registrieren, ob du weiter dein Bestes gibst oder ob du dich hängen lässt."

Der Trainer, der ihm dieses Stück Lebensweisheit eingeimpft hat, das war der Tscheche Zdenek Travnicek, der fünf Jahre lang in Leipzig für die Blue Lions tätig war. Fünf Jahre lang war Eichelkraut sein Schützling. Und wie es der Zufall will, es war ausgerechnet ein anderer Tscheche, der da auf der Tribüne zugeschaut hat, wie sich Eichelkraut trotz Ebbe in der Brieftasche in seinen Job hineingekniet hat: Jiri Otoupalik, der Trainer bei den Saale-Bulls. "Nach einem der vielen Derbys in der letzten Saison habe ich mich mit Otoupalik in einer kleinen Bar in Halle verabredet. Schon nach ein paar Minuten hatten wir einen richtig guten Draht zueinander. Er hat wohl gemerkt, dass ich ein Typ bin, auf den er sich verlassen kann, der keine halben Sachen mag." Der 25 Jahre alte Eichelkraut, geboren in Berlin und bekennender Hertha-Fan, lag richtig mit seiner Einschätzung, nach jenem Abend in der Bar planten die Saale-Bulls mit ihm.

Wie geht das aber nun zusammen, der harte Malocher, die ehrliche Haut auf dem Eis und der Typ, der zum Gespräch in den Golfclub einlädt, beim Sport der Schönen und Reichen? "Ach, das ist doch alles nur so ein Klischee. Schau dich doch mal um, entdeckst du hier einen, der nur da ist, um den dicken Max zu machen und mit den Geldscheinen herumzuwedeln?", fragt Eichelkraut. Und erklärt: "Golf, das ist für mich einfach Entspannung. Hier bin ich allein, hier bekomme ich den Kopf frei. Andere schaffen das, wenn sie jeden Tag ihre tausend Meter laufen." Und er erzählt vom ewigen Rätsel auf dem Golfplatz: "Heute gelingt dir fast alles, da passt jeder Abschlag. Morgen landen die Bälle im Busch oder gleich im See. Und kein Mensch weiß, warum." Das ist fast so wie beim Penalty, sagt Eichelkraut. "Heute trickst du leicht und locker den Torwart aus, morgen stolperst du über deine eigenen Beine."

Womit mitten im Sommer das Thema Eishockey wieder aktuell wäre. "Halle hat jetzt eine tolle Mannschaft. Wir sind die ganz klare Nummer eins in der neuen dritten Liga. Ich will meinen Teil zu beitragen, dass die Saale-Bulls das am Ende auch wirklich sind." Für eine Saison hat Eichelkraut unterschrieben, es soll aber eine längere Partnerschaft werden: "Es passt ja für den Moment alles." Und es passt auch auf dem Golfplatz. Er packt seine Schläger zusammen und zieht wieder einsam seine Runde. "Hier bin ich zu Hause. Hier will ich später mal als Golflehrer meine Brötchen verdienen."


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