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MZ 08.01.2010

in Pressemeldungen über die Saale Bulls 08.01.2010 06:08
von Stephan • Chefchen | 18.645 Beiträge | 109717 Punkte

Das eishockeyverrückte Hotel
Tomas Burian und Jan Fadrny sind das Rückgrat ihrer Mannschaft - Die beiden Tschechen haben ungewöhnlichen Lebensstil

HALLE/MZ. Das Hotel Landsberg ist eine unübersehbare Außenstelle der Saale-Bulls. Das Gelände ist zwar tief verschneit. Doch überall hängen, sauber freigeschippt, die Plakate, die das nächste Heimspiel des halleschen Eishockey-Vereins ankündigen. Besonders jene für das Spiel am Freitag gegen den Rivalen aus Leipzig. Dafür sorgt Hotel-Chef Johann Seidl. Er sei "ein bisschen eishockeyverrückt", sagt er. Und das macht sich in seinem Haus auch an den zwei Dauer-Gästen bemerkbar: Jan Fadrny und Tomas Burian.

Die Tschechen, beide Profis bei der Saale-Bulls in Halle, leben und wohnen in Landsberg. "Wir lieben die Abgeschiedenheit, wollten nicht in einen Plattenbau", sagt Burian. Und der Hotel-Chef ergänzt: "Sie kommen natürlich auch selbst für die Miete auf." Fadrny ist seit November 2008 im Hotel, Burian seit Beginn der neuen Saison. "Johann gibt sein Bestes, damit uns nicht die Decke auf den Kopf fällt", sagt Burian. Der Hotel-Chef ist vor allem jetzt im Winter gefordert, da ein alternatives Abendprogramm außerhalb Landsbergs wegen der schlecht bis gar nicht geräumten Zufahrtsstraßen zum Hotel so gut wie unmöglich ist. Seidl sitzt dann mit seinen beiden Gästen häufig am Tresen, der Fernseher läuft dazu. "Wenn irgendwo Eishockey im Programm ist, geht's natürlich besonders heiß her", sagt der Chef.

"Normalerweise fahren wir wenigstens ein Mal in der Woche in die tschechische Gaststätte in Quetzdölsdorf oder in die Prager Bierstuben nach Halle. Aber bei diesen Straßenverhältnissen verzichten wir darauf", sagt Burian.

Statt abendlich-abenteuerlicher Touren vertieft sich Burian dann noch intensiver als sonst in das Deutsch-Lehrbuch, obwohl das bei seinen so schon ausgezeichneten Kenntnissen kaum notwendig erscheint. "Ich bin zwar in einem zweisprachigen Gymnasium in Znosmo nahe der österreichischen Grenze zur Schule gegangen, doch ich habe vieles schon wieder vergessen", sagt der 25-Jährige. "Ich will noch viele Jahre in Deutschland Eishockey spielen. Es kann also nicht schaden, wenn ich die Sprache und vor allem die Grammatik noch besser beherrsche." Und wenn dann auch der Sprachführer seinen Reiz verloren hat? Dann muss das Telefon mit seiner Freundin Eva am anderen Ende der Leitung herhalten. Eva studiert in Tschechien Polygraphie, nutzt aber jede Möglichkeit nutzt, bei ihrem Tomas in Landsberg zu sein.

Die Einsamkeit ohne Frauen kennt auch Jan Fadrny. Regelmäßig kommt seine Verlobte Marta nach Landsberg. "Im Moment sehen wir uns viel zu wenig. Sie ist mit einer Eisrevue unterwegs", sagt er. Und weit weg dazu. "Mexiko, Frankreich, Dubai." Doch Fadrny hat einen quicklebendigen Ausgleich für sein Dasein als Strohwitwer: Gucci. Der sieben Monate alte Terrier entpuppt sich bei der Jagd durch die Schneewehen als der bestmögliche Fitnesstrainer.

Fadrny hat seinen Wert für die Saale-Bulls längst bewiesen. 50 Tore hat er bislang für Halle geschossen, für Experten ist er der konkurrenzlos beste Stürmer der Regionalliga. Burian hat sich mit seinen extrem scharfen und platzierten Schlagschüssen ebenfalls Respekt verschafft. Daniel Mischner, der Präsident der Saale-Bulls, weiß natürlich auch, was er an seiner tschechischen Fraktion hat. "Die beiden sind das Rückgrat unserer Mannschaft", sagt er und bekommt jetzt schon einige Sorgenfalten, wenn er an die anstehenden Gespräche zur Verlängerung der zum Saisonende auslaufenden Verträge denkt.

Dass sie in Deutschland bleiben wollen, scheint für die beiden Tschechen beschlossene Sache. Nur würden sie dann gern auch in einer stärkeren Liga spielen. "Als ich im Mai meinen Vertrag in Halle unterschrieben habe, war noch nicht klar, dass der Verein in der Regionalliga spielt. Es ist ein bisschen schade, dass wir mit Leipzig nur einen echten Gegner haben. Ich hoffe, das wird nächste Saison anders", sagt Burian.

Deshalb ist das heutige Spiel gegen Leipzig auch keines wie alle anderen. "Wir waren jetzt drei Mal dicht dran an einem Sieg. Jetzt wollen wir es endgültig packen", sagt Burian. Das Rezept dafür hat er in Landsberg auch schon ausgetüftelt. "Trainer Jiri Otoupalik hat mir gesagt, dass ich noch mehr von der blauen Linie schießen soll. Vielleicht schaffe ich ja das Siegtor."

Die Partie gegen Leipzig beginnt am Freitag um 20 Uhr in der Eissporthalle.


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