Werde Teil des ersten offiziellen Fanclubs
des MEC Halle 04

17
Mai
2012

Randale, Gewalt – Ein alltägliches Problem im Sport

Nach den Ereignissen der letzten Tage bin ich schon tief erschüttert, welche Anziehungskraft die Gewalt und Randale mittlerweile im gesamten Deutschland gefunden hat.

Mit dem Abstieg des 1. FC Köln aus der Fußball-Bundesliga und seinen hässlichen Szenen danach im Stadion schien eigentlich der negative Höhepunkt der Saison schon Geschehen zu sein, aber in den vergangenen Tagen wurde man eines besseren belehrt.

Erst stieg der Karlsruher SC völlig verdient sportlich ab. Einen Tag später machte es der Hauptstadt-Club Hertha BSC Berlin den Badenern nach. Wenn es nur dieser traurige Aspekt wäre, dass zwei Traditionsclubs einen Abstieg verarbeiten müssten, würde alles im normalen Bereich sein. So was gehört zum Sport dazu.

Aber nein. Erst bekam man in Karlsruhe zusehen, wie vermummte nach Spielende die Feierlichkeiten der Regensburger unterbinden wollten und versuchten den Platz zu stürmen. Zum Glück kam dort die Polizei gerade noch einmal dazwischen. Aber auch in der Nacht ging es heftig zu, um die rund 70 Verletzte gab es nach dem traurigen Abend in der Partnerstadt von Halle zu verzeichnen.

Einen Tag später wurde die Gewalt von der Randale getoppt. Im Relegationsspiel zwischen der Fortuna aus Düsseldorf und Hertha BSC Berlin wurde Pyrotechnik nach dem 2:1 Führungstreffer der Fortunen auf das Spielfeld, der sogenannten Hertha Fans geworfen. Schiedsrichter Wolfgang Stark unterbrach die Partie. Der erste Abbruch des Spiels war möglich. Kurz vor Spielende glich die in Unterzahl spielende Hertha aus. Statt großer Unterstützung gab es von den „Fans“ wieder nur Randale zu sehen. In der siebenminütigen Nachspielzeit bahnte sich der nächste negative Höhepunkt an. Schon 5 Minuten vor Ende des Spiels platzierten sich die ersten Düsseldorfer Fans an den Seitenlinien. Als Jovanovic eine Riesenchance auf die Entscheidung vergab, gab es kein Halten mehr. Obwohl das Spiel noch nicht beendet wurde durch den Schiedsrichter, stürmten die Fans den Platz.
Sage und schreibe 2 Minuten fehlten der Fortuna zu dem verdienten Aufstieg. Das Spiel wurde später beendet, jedoch war an wirkliches Fußball spielen nicht mehr zu denken. Die Düsseldorfer steigen aktuell zwar in die Bundesliga auf, aber ausgerechnet die dumme Aktion der Fans könnten der Fortuna noch einen Strich durch die Rechnung machen. Und das nach 15 Jahren ohne Bundesliga. Wieso konnte man da nicht die 2 Minuten noch abwarten?! Die Folge: Die Berliner, die sich sportlich definitiv nichts anderes als den Abstieg verdient haben, gaben heute bekannt, dass ein Protest gegen die Spielwertung eingereicht wird bzw. haben dies bereits getan.

Ist es aber richtig, diesen sogenannten Fans eine weitere Plattform zu geben? Eine Entscheidung für ein Nachholspiel hätte dramatische Folgen. Wo kommen wir denn hin, wenn diese Idioten schon über Auf –und Abstieg entscheiden können? Es wäre das Fatalste was jetzt passieren könnte.

Eher ist es die Frage woher kommt das Ganze. Natürlich verbindet der Fußball bzw. der Sport. Die meisten finden ihre Liebe in den jungen Jahren und sehen wohl ihren Club schon wie einen Ehepartner. Die richtigen Fans können aber sportliche Talfahrten aushalten und stehen zu dem Team und Club. Überall ist das aber nicht so. Wo eigentlich überhaupt noch? Viele „Fans“, die fast schon Besessen von ihren Vereinen sind, sind die Gefährlichsten. Oder sind es überhaupt „Fans“?
Sei es wie es sei. Nicht nur Randale wie in Köln, Rostock, Düsseldorf, Karlsruhe diese Saison bringen Menschenleben in Gefahr, auch die Sportler bekommen regelmäßig Morddrohungen. Natürlich waren die Leistungen von Köln und Magdeburg in ihren jeweiligen Spielklassen absolut unterirdisch, aber den eigenen Spielern aufzulauern und sie so unter Druck zu setzen, ist doch nicht mehr menschlich.

War es früher noch der ungeliebte assoziale Osten, wie z.B. Dresden, Halle, Leipzig, Magdeburg, Rostock, der für solche Schlagzeilen Woche für Woche sorgte, ist nun das Hauptproblem im Westen angekommen. An Fußball-Standorten wie Dresden und Halle sind durch neue Stadien, verschiedene Fanprojekte und den guten Leistungen ihrer Teams große Fortschritte in diesem Bereich gemacht worden.

Was nun bei der ganzen Diskussion aber ganz unterkommt, ist das es nicht nur in der Sportart Nummer 1 so zugeht. Solche negative Schlagzeilen würden auch im allseits beliebten Eishockey Anklang finden. Auch hier in Halle gab es schon hässliche Dinge neben dem Spielfeld zu erleben. Man denke an Braunlage, dem diesjährigen Jugendturnier, die unrühmliche Hetzjagd nach einem Spiel gegen Bad Tölz oder aber das Verhalten in einer Deutschen Bahn nach einer Auswärtsfahrt in Erfurt. Ja, natürlich waren das keine Fans, aber es zeigt: Nur im Fußball gibt es diese Probleme nicht! Sie sind vielschichtig und überall mal mitzubekommen. In dem Fall Eishockey kann man nur froh sein, dass darüber wenig durch die Medien geht und dort maximal über sportliche Desaster berichtet wird.

Das Problem liegt darin, dass es viel zu viele Menschen gibt, die weniger Spaß an dem Sport an sich haben, sondern eher sich eine große Plattform suchen, wo sie ihre allseits beliebte Pyrotechnik, Gewalt und Randale durchführen können. Und genau dies wirklich zu unterbinden, ist wohl leider nie möglich, aber genauso schade ist es zugleich für die immer noch verdammt große Mehrzahl der friedlichen Fans. Man kann nur hoffen, dass sich diese Probleme mal lösen, dazu muss gesellschaftlich aber ein Wandel her. Die meisten dieser Idioten sind gescheiterte und ungebildete Existenzen. Genau da muss man ansetzen, BILDUNG! Die Mehrzahl dieser Chaoten verkümmert durch zu geringe Bildung und versuchen mit diesem Unsinn so ihre Stärken zu präsentieren bzw. auf sich aufmerksam zu machen. Am Ende müssen also nicht nur die Fußball-Vereine (Sportclubs) sich hinterfragen, sondern vor allem die Politik! Die Fehler ausbügeln darf der Sport…

Am Ende bleibt mir nur eines zu sagen. Weiter auf die kleine Chance der Besserung hoffen.
Wie gefestigt der Osten im speziellen Falle Halle ist, wird sich schon am Samstag zeigen. Die Angst, Randale im großen Stile beim HFC bei einem Nicht-Aufstieg zu erleben, ist groß bei mir. Ich kann nur hoffen für die ganze Stadt, dass egal ob gefeiert oder getrauert wird, alles friedlich bleibt. In diesem Sinne, bis bald! (MB)

Jetzt kommentieren Autor: Martin93 17.05.2012 00:03
06
April
2012

Das Wunder von der Saale (Auswertung Saison 2011 – 2012)

Vorab: Der MEC Halle 04 hat nach 8 Jahren Vereinsbestehen, die mit Abstand erfolgreichste Saison aller Zeiten erreicht. Aber wie kam es zu diesem Wunder an der Saale?

Kader:
Die Saale Bulls bzw. die Verantwortlichen setzten ein Zeichen. Dieses Zeichen hieß, mit jungen und erfolgshungrigen - zum Teil auch bisher „namenslosen“ - Spielern eine Verjüngung im Kader durchzuführen, wo das Ergebnis in 2 – 3 Jahren 2. Bundesliga sein sollte.
Unter anderem setzte man Jedrzej Kasperczyk, Roy Hähnlein, Arthur Gross, Norbert Pascha und Erik Reukauf eiskalt vor die Tür. Besonders bei der Personalie Kasperczyk wurde deutlich, man will schnelles und aggresives Eishockey spielen, so wie es die Gegner der Zwischenrunde im Jahr davor den Bulls zeigten.
Dabei kamen Namen zum Vorschein, wie z.B. Merkle, Köllner, Schmelcher und Lemmer, die allesamt nur bei besonderen Eishockey-Kennern ein Begriff waren.
Aber auch im Tor wurden große Veränderungen vollzogen. Die junge neue und hoffnungsvolle Nummer 1 Kai Kristian, für den man Pascha vor die Tür setzte, haute sprichwörtlich kurz vor Saisonbeginn noch ab. (Anmerkung: Mittlerweile dürfte er es wohl bereuen.) Dies machte Platz für einen anderen jungen Goalie. Robert Wolfermann nahm die Chance gerne an, aus sich vielleicht doch noch einen Profi statt Amateur (Niesky) zu machen. Unterstützt sollte er durch Lukas Steinhauer und Jonas Langmann werden, die per Förderlizenz aus Hannover kamen.
In Sachen Kader ging man also viele Risiken ein und setzte auf mehr oder weniger teils unbekannte Talente.

Vorbereitung:
Nach 3 Tagen Eistraining bekam man von dem voll im Saft stehendem West-Oberligisten Kassel eine 0:5 Packung. Es war alles andere als schlimm. 2 interessante Punkte übrigens wieder vorab. Es sollte die höchste Niederlage der Saison und das einzige Spiel ohne eigenen Torerfolg bleiben. Im weiteren Verlauf der Vorbereitung sorgten die jungen Burschen für Furore und erzielten mit knappen Niederlagen gegen Hannover, Weißwasser, Bad Nauheim beachtliche Ergebnisse und machten Lust auf mehr. Dazu gewann man eindrucksvoll bei den Rostocker Piranhas in der 1. Runde des DEB-Pokals mit 9:1, was gleichzeitig auch der höchste Sieg der Saison war.

Vorrunde:
Die Saale Bulls wollten nahtlos an die starke Vorbereitung anknüpfen und sich schnell wieder an der Tabellenspitze der Oberliga Ost setzen. Doch dies schlug eindeutig fehl. Der Start glich eher einem Desaster. Nach der ersten Heimniederlage nach über einem Jahr in der OL Ost folgten weitere schlechte Vorstellungen. (z. B. lustlose Pleite in Erfurt, Niederlage beim zuvor punktlosen Letzten Preussen Berlin). Natürlich wurden die Verletzten Eichelkraut und Miklik vermisst, aber alleine an diesen wertvollen verlorenen Spielern lag es nicht. Dies sah auch die Vereinsspitze so und reagierte. Erst kam mit Troy Bigam ein sehr erfahrener Spieler, welcher gewiss keine schlechte Wahl war. Dazu sollte es mit Jan Besser alles „besser“ werden. Nach einem großartigen Spiel wurde in ihm der Heilsbringer gesehen. Auch manch „Macher“ klopfte sich auf die Schulter zu diesem Transfer. Doch den daraus resultierenden und erweckten Hoffnungen konnte er nie gerecht werden. Ziemlich schnell wurde er wieder von der Saale verabschiedet. Einen zweiten Fehlgriff ala Martin Cizek, wollte man sich nicht auf Dauer „leisten“. Mittendrin verlor der MEC in seiner schlechtesten Saisonphase nur mit 3:1 beim EC Peiting in der zweiten Runde des DEB-Pokals. Leider kam das frühe Aus, welches aber von vornherein nach der Auslosung erwartet wurde. Mit Beginn des Monats Dezember kehrte man so langsam in die richtige Richtung zurück. Die freie Ausländerposition wurde zum Entsetzen vieler an einen weiteren Verteidiger (Jiri Polak) vergeben. Obwohl es eigentlich nicht an der Abwehr lag. Dies wussten aber auch die Macher und bereiteten damit die Verabschiedung von Tomas Burian vor. Die zweite Kontingentstelle wurde sehr schnell wieder besetzt und diese Personalie sollte sich nach der kurzen Eingewöhnungsphase zum echten Glücksgriff herausstellen. Mit Ivan Kolozvary ging es endlich wieder bergauf. Schnell vermisste man mit dem einkehrenden Erfolg urplötzlich Martin Miklik nicht mehr so sehr. Mit dem Jahreswechsel und einem überzeugenden Derbysieg läuteten die Bulls ein herrliches Frühjahr ein, welches keinem so schnell aus dem Kopf gehen wird. Bis zum letzten Spiel der Vorrunde wurde kein Spiel mehr abgegeben und teils hohe Siege eingefahren, welche an den Durchmarsch der vorangegangenen Saison erinnerten. Schmerzlich war vor allem für viele Fans die bittere Derbyniederlage am letzten Spieltag. Nichts Außergewöhnliches würde man meinen, aber wenn man damit den Erzrivalen in die Zwischenrunde bringt, kratzt es schon an der Ehre.

Zwischenrunde:
Kaum erholten sich alle von diesem ärgerlichen Vorrunden-Ende, gab es nach einem gespielten Spiel in der Zwischenrunde deftigen Ärger. Nicht nur die Fans waren ratlos, auch Jiri Otoupalik sah nach der Niederlage gegen Timmendorf wie versteinert aus. Manche munkelten da bereits mit einem unrühmlichen Abschied von ihm an der Saale, denn die weiteren Gegner versprachen weiteres Unheil.
Mit dieser Pleite sollten wohl alle endlich aufwachen. Es ging ein Ruck durch die Mannschaft, welcher für hallesche Mannschaften bisher einzigartig war. Plötzlich kämpfte Jeder für Jeden mit einem unbändigen Willen und Leidenschaft, welche dadurch auch ungeahnte Leistungen hervorriefen. Mit für mich immer noch, dem Sieg der Vereinsgeschichte in Kassel, brach eine Euphorie aus, die ungeahnte Folgen hatte. Zwar schien dieser großartige Erfolg und das Ziel Play-Offs nach nur einem Spiel gegen Duisburg wieder in weite Ferne gerückt zu sein, aber mit 3 herausragend erzielten Siegen in Folge erreichte man erstmalig die Play-Offs zur 2. Bundesliga. Um dahin zu kommen, schlug man erneut in einem packenden Sonderzug-Duell die Kassel Huskies. Einen so muss man es auch mal sagen, nie für möglich gehaltenen Erfolg mit dieser Mannschaft, hielten nur die kühnsten Optimisten für realistisch.

Play-Offs:
Das Saisonziel war erreicht, die Fans im höchsten Maße befriedigt. Doch die nimmermüden Saale Bulls wollten nicht sang- und klanglos aus der ersten Play-Off-Serie ausscheiden. Im zweiten denkwürdigen Auswärtsspiel (welches auch persönlich für mich ein Highlight war) wurde nach wechselnden Führungen kein Geringerer als der Altmeister aus Füssen besiegt. Plötzlich wurde die Lust immer größer für weitere Paukenschläge zu sorgen. Spätestens mit dem Heimsieg und der 2:0 Führung in der Serie brachen auch bei den Fans alle Dämme und die größten Pessimisten wurden von dem Virus infiziert. Eine ganze Stadt fing an zu träumen und mit zu fiebern. Nein nicht etwa der Fußball bzw. der HFC war der „Schuldige“. Eine „Randsportart“ Namens Eishockey zog die Menschen in einen Bann. Der Traum vom Profi-Eishockey und der 2. Bundesliga war so groß und gleichzeitig so greifbar wie noch nie! Die Bulls standen nach dem Sieg in Spiel 4 im Halbfinale. Als kurz darauf noch der Lizenzantrag bei der ESBG gestellt wurde, schien der Traum ganz plötzlich zur Wahrheit zu werden. Nur leider hatte der Eishockey-Gott doch noch einen Gegner ins Rennen geschickt, welcher nach 3 packenden Duellen nicht zu knacken war. Nach einer hart umkämpften, aber am Ende deutlichen Serie zugunsten der Tölzer Löwen, war der Traum des Frühlingsmärchens in Halle vorbei!

Fazit:
Mit einem lachenden und zugleich auch weinenden Auge sieht man dem Halbfinal-Aus entgegen. Auf der einen Seite ist man doch etwas enttäuscht. Keineswegs wegen der Mannschaft, sondern einfach nur, weil man kurz davor stand das Unmögliche möglich zu machen. Das andere Auge sagt aber: Wahnsinn! Respekt! Chapeau! Wer mir persönlich vor Beginn der Saison bzw. Zwischenrunde gesagt hätte, wir stehen im Halbfinale bei den Play-Offs, dem hätte ich getrost den „Vogel“ gezeigt!
Dieser Erfolg war einmalig und absolut unbeschreiblich, eine baldige Wiederholung ist sehr erwünscht, aber um dahin zu kommen, muss man erneut wieder einen knüppelharten Weg gehen und überstehen. Was am ganz großen Coup gefehlt hat, war ein konstant überragender Goalie (im Vergleich zu dem Tölzer Held Jenike) und vielleicht zwei bis vier weitere vor allem qualitativ gute Spieler. Mit gezielten und punktuellen Verstärkungen und dem Halten der Stammkräfte ist ein ähnlicher Erfolg durchaus im Bereich des Möglichen!

DANKE für die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte, welche auch zugleich meine persönlich erfolgreichste Saison bisher war. Weiter so, Saale Bulls! (MB)

P.S.: Die Fanparty ist am 13.04.! Eine große Feier haben sich die Bulls allemal verdient, also kommt! :)

Jetzt kommentieren Autor: Martin93 06.04.2012 02:08
28
März
2012

Niederlage zum Halbfinal-Auftakt in Bad Tölz

In einer nicht unbedingt hochklassigen Begegnung gewannen die Tölzer Löwen am Ende verdient mit 5:3 (3:1, 1:1, 1:1) und führen nun damit die Serie mit 1:0 an.

Dabei dachte man zu Beginn der Partie, dass ein wahres Offensivfeuerwerk und Spektakel auf die Zuschauer zukommt. Nach gerade einmal 5 geschlagenen Sekunden geriet der MEC ins Hintertreffen. Ein Duell hinter dem Tor verlor ein Abwehrspieler, Fischhaber passte geistesgegenwärtig in Richtung Slot, wo Yanick Dubé stand und eiskalt mit dem ersten Torschuss einnetzte. Kaum pfiff der Schiedsrichter das Spiel wieder an, stand es schon 1:1. Im direkten Gegenzug kam der Puck zum freistehenden Schubert. Er ließ dem Goalie der Tölzer Löwen, Andreas Jenike, ebenfalls keine Chance und glich sofort aus! Wer dachte es geht im Minutentakt so weiter wurde getäuscht. Die Saale Bulls ließen die Gastgeber kommen. Die Bulls spielten manchmal zu schludrig in der eigenen Zone, ausnutzen konnten die Tölzer das aber nicht. Mit zunehmender Dauer im ersten Drittel übernahmen dann komplett die Isarwinkler das Zepter in die Hand. Beide Teams ließen ihre ersten Überzahlspiele ohne Torerfolge verstreichen. Nach gut 10 Minuten schlug es dann hinter Lukas Steinhauer zum zweiten Mal ein. Den Schuss von Thomas Merl konnte er nur noch zur Seite abklatschen, leider stand da Leonhard Pförderl goldrichtig und schob zum 2:1 ein. In der Folgezeit verstanden die Saale Bulls es nicht, sich von der Umklammerung der sehr aggressiv agierenden Bad Tölzer zu befreien. Die noch relativ frischen Gastgeber konnten in manch Situation die Abwehrreihen der Bulls schwindelig spielen. So auch beim 3:1 von Yanick Dubé. Nach dem Christian Köllner sich eine Strafe abholte, kassierte der Gast aus Halle fast noch das 4:1.

In den zweiten Abschnitt starteten die Bulls dann zielstrebiger und auch erfolgreicher. Scheiterte erst noch Kolozvary nach einer Minute, machten es kurze Zeit später Schubert und Torschütze Lehmann in einer 2 auf 1 Situation es besser und erzielten in gemeinsamer Produktion den 3:2 Anschlusstreffer. Der MEC schien in der Begegnung angekommen zu sein, aber nicht lange. Mit diesem Treffer stellten die Saale Bulls das Spielen wieder ein. Ein weiterer sehr gefährlicher Schuss kam im zweiten Drittel nicht mehr auf das Gehäuse von Jenike. Ein Erfolg bringendes Konzept war nicht so richtig zu erkennen. In der einzigen Überzahlsituation des zweiten Abschnittes trafen die Gastgeber zum 4:2. Einen Querpass durch das hallesche Drittel von Sedlmayr konnte Glück trotz großem Einsatz nicht verhindern. Yanick Dubé kam an die Scheibe und fackelte nicht lange. Der Mann des Spiels erzielte somit seinen 3. Treffer an diesem Abend. Bis zur zweiten Pause standen die Isarwinkler der Entscheidung deutlich näher, als der Gast dem erneuten Anschluss.

Das letzte Drittel sollte das engste des Spiels werden. Von Minute zu Minute kämpften sich die Bulls in das Spiel. Zwar konnten die Tölzer lange Zeit die besseren Chancen sich erarbeiten, aber die Bullen spielten endlich Eishockey, welches man aus den vergangenen Wochen kannte. Nach dem beide Teams schadlos Strafen ohne Gegentor überstanden, machten es die Saale Bulls im zweiten Anlauf besser. Sebastian Lehmann, der sein 111. Spiel für den MEC Halle 04 machte und klar bester Akteur auf Seiten der Gäste war, ließ Freund und Feind stehen, tankte sich durch und tunnelte Jenike. Zur großen Freude der 15 Gästefans unter den 1.657 Zuschauern, rutschte der Puck in Zeitlupe über die Linie. Plötzlich drängten die Bulls nach dem 4:3 Anschluss auf den Ausgleich. Die Tölzer waren stehend K.O.. Nach der kräfteraubenden Serie gegen Bad Nauheim kein Wunder. Die Wende lag in der Luft, auch die heimischen Fans merkten dies und wurden wieder wach. Die größte Chance auf den Ausgleich hatte Troy Bigam. Allein auf weiter Flur wurde er durch einen Schläger gestoppt, statt aber den fälligen Penalty sich zu holen, lief der faire Sportsmann weiter und scheiterte aber an dem überragenden Jenike. Der bisher statistisch beste Goalie der Play-Offs zeigte ein ums andere Mal sein Können. Es entstand in den Schlussminuten der Fight, den man vorher lange vermisste. Auch das Herausnehmen von Lukas Steinhauer brachte am Ende den Bulls nichts mehr. Im Gegenteil: 6,4 Sekunden vor Schluss schlenzte Christian Urban für den Gastgeber den Puck in das verwaiste Tor zum 5:3 Endstand!

Fazit: Da war mehr drin, aber aufgrund des Spielverlaufs hieß am Ende verdient der Sieger: Tölzer Löwen. Am Ende mussten aber Glück, Verstand und der Torhüter retten. Die Bullen wachten viel zu spät auf. „Ein Drittel kämpfen und ein Drittel Eishockey spielen, reicht gegen so einen Gegner wie Tölz nicht“, gestand am Ende Jiri Otoupalik. Gleichzeitig zeigt es aber auch, die Isarwinkler sind absolut schlagbar, wenn man wie in den Spielen zuvor 60 Minuten Vollgas gibt.

Die Chance die Serie wieder auszugleichen besteht schon am morgigen Freitag. Um 20 Uhr gastieren die Tölzer Löwen in der Volksbank Arena. Es wird sicherlich wieder ein Hexenkessel werden und mit dem tollen Publikum im Rücken ist der so wichtige Heimsieg allemal möglich! (MB)

Jetzt kommentieren Autor: Martin93 28.03.2012 23:38
05
März
2012

Sieg in Duisburg - Showdown am 11.03. so gut wie erreicht

Die Saale Bulls bewiesen erneut ihre tolle Auswärtsstarke und gewannen am gestrigen Sonntagabend in der Scania-Arena mit 1:2 nach Verlängerung (0:1, 0:0, 1:0, 0:1). Der vierte Anlauf wurde benötigt um erstmals die Fuchsjagd erfolgreich abzuschließen!

Aber arbeiten wir alles Mal der Ruhe nach auf. Der MEC Halle 04 begann, wie schon in Kassel sehr überzeugend. Diesmal trafen die Bulls aber sofort und setzten damit ein großes Ausrufezeichen. Nach einem Pass von Bigam war der Weg für Alexander Zille frei, er lief um das Tor herum und schob den Puck über Linda zum 0:1 drüber in die Maschen. Die Fans waren begeistert, man fing praktisch damit an, womit man am Freitag aufgehört hatte. Danach übernahmen die Füchse zwar die Spielanteile und mussten als Gastgeber kommen, aber Halle stand sehr sicher in der Abwehr und kam gelegentlich zu guten Kontermöglichkeiten. Mehrfach blieben die auf beiden Seiten überragenden Goalies Sieger in den jeweiligen Duellen. Nach rund 10 Minuten hatten die Saale Bulls eine eher zufällig endende Chance, die aber kreuzgefährlich war. Lehmann fälschte unabsichtlich mit dem Schlittschuh den Puck ab, Linda konnte nur diesen „Schuss“ parieren, weil sein Schoner bereits in der linken Ecke war. Wenig später hatte der MEC durch Bigam per Rückhandschuss die nächste Einschussmöglichkeit, aber die Bulls blieben vorerst glücklos. Denn nur Momente später zog Diego Hofland für Duisburg aus linker Position ab, der Schuss klatschte lautstark an das Gestänge. Pech für die Füchse, Glück für die Bulls. Nicht unverdient ging es mit dem Stand von 0:1 in die Pause.

Drittel 2 begann mit einer noch laufenden Unterzahl, die von den Bulls clever runter gespielt wurde. Kaum war man komplett, zappelte der Puck eigentlich schon im Netz, aber Steinhauer und ein Abwehrspieler retteten im Verbund sehenswert im Fallen. In der Folgezeit konnten die Bullen sich wieder aus der Umklammerung befreien und kreierten selbst wieder Aktionen in Richtung von Füchse-Goalie Linda. Mehrfach stand dieser aber sicher und hielt seinen Kasten sauber. Mit mehr abgelaufener Spieldauer kam Duisburg, auch durch Strafen gegen Halle, wieder mehr zum Zug. Endstation war aber immer bei Lukas Steinhauer. Einer seiner genialen Paraden war 5 Sekunden vor der zweiten Pause zu sehen. Eine Strafe gegen Halle (Schmelcher) wird angezeigt und Duisburg spielt weiterhin konsequent weiter. Nach einem Traumpass taucht ein Fuchs vor Steinhauer auf, doch dieser bleibt absolut ruhig und pariert überragend im Eins gegen Eins. Auch durch diese Wahnsinnsaktion blieb der MEC zur Freude der lautstarken 50 Schlachtenbummler in Führung.

Das letzte Drittel begann eigentlich so gut wie das Erste. Halle spielte diesmal sogar mehr als souverän eine Unterzahl herunter und konnte kurz darauf durch Eichelkraut fast das 0:2 erzielen. Linda war aber gerade so dazwischen. Praktisch im Gegenzug fiel dann der überfällige und nicht unverdiente Ausgleich. Lukas hielt erst glänzend liegend, um dann im Nachschuss doch noch leider das Nachsehen zu haben. Dennis Fischbuch war der Torschütze zum 1:1. Die Bulls waren dann erstmal völlig von der Rolle. Nach einem weiten Pass rannten sich 2 Abwehrspieler gegenseitig um, der Weg für den Duisburger war frei, doch Lukas Steinhauer war wiederholt sensationell zur Stelle und hielt sein Team im Spiel. Es wäre wohl die Entscheidung gewesen. Die Duisburger Fans unter den 1.255 Zuschauern trieben nun ihr Team mit minutenlangen Gesängen nach vorne, schließlich war der Einzug in die Play-Offs - als übrigens erstes Team - möglich. 12 Minuten vor Ende des Spiels entschieden erneut Zentimeter für Halle. Während die Gastgeber erst jubelten, feierten die Hallenser ausgiebig, dass der Puck nur an den Pfosten zischte. Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, wann der EVD den Siegtreffer erzielt. Aber selbst bei doppelter Unterzahl hielt sich der MEC schadlos. Spätestens ab dem Zeitpunkt war der Punktgewinn zum Greifen nahe. Die Bulls retteten sich förmlich in die Verlängerung, obwohl kurz vor Ende der regulären Spielzeit die Hallenser auch endlich mal wieder eine große Chance hatten. Leider konnte Florian Eichelkraut den Pass nicht zum freistehenden Lehmann spielen.

Es ging in die für 5 Minuten angesetzte Overtime. Diese erinnerte doch stark an das Spiel in Leipzig. Nur diesmal drehten die Bulls den Spieß um. Duisburg hatte 2 Top-Chancen und stand vor dem Siegtreffer, welcher aber dem MEC im Konter in Form von Eichelkraut gegönnt war. Unter einem überschwänglichen Jubel feierten die Hallenser Spieler und Fans diesen zweiten Zwischenrunden-Sieg!

Erneut zeigten die Bulls im Westen eine bärenstarke Leistung. Damit bleiben die Bulls weiterhin dick im Geschäft um die Play-Offs. In der Tabelle sind die Saale Bulls mit einem Punkt hinter den Kassel Huskies auf Rang 3. Während der EHC Timmendorfer Strand schon fast nach der 6:2 Niederlage in Kassel ausgeschieden ist, ist der EV Duisburg trotz des ersten Punktverlustes so gut wie durch.

Damit kommt es am Wochenende wohlmöglich wirklich zum Showdown für den MEC Halle 04 vor ausverkauftem Haus gegen den Sonderzug-Gegner Kassel! Bevor aber in der Volksbank Arena ab 16 Uhr die Schläger gekreuzt werden, muss Halle am Freitag in Timmendorf antreten. Beim Tabellenletzten der Zwischenrunde würde selbst eine Niederlage nach Verlängerung oder Penaltyschießen reichen, um das Endspiel zu erreichen. Also 1 Punkt dort ergattern und dann mit einer riesen Kulisse für die Überraschung der Saison sorgen!
Seit dabei am 11.03. um 16 Uhr in der Stierkampfarena, es wird das Heimspiel der Saison. Der Ausgang ist völlig offen… (MB)

Jetzt kommentieren Autor: Martin93 05.03.2012 05:17
27
Februar
2012

SENSATION: BULLS SIEGEN IN KASSEL

Nach einer packenden und denkwürdigen Partie sind die Saale Bulls wieder zurück im Kampf um Play-Offs. Am Ende gewann man hoch verdient mit 1:3 (1:0, 0:1, 0:2) beim EC Kassel Huskies und zeigte dabei nach der schwachen Vorstellung gegen Timmendorf nur 48 Stunden später ein komplett anderes Gesicht!

Von Beginn an hatte ein Team das Heft in der Hand und ließ damit die 4.126 Zuschauer ungläubig schauen. Bereits nach 30 Sekunden zischte von Kilian Glück, der später mit dem Verdacht eines Schlüsselbeinbruchs raus musste, ein Schuss knapp am ECK-Gehäuse vorbei. Es war der Weckruf. Noch nicht mal 2 Minuten waren gespielt als Schubert fast traf, aber Martin Fous konnte rechtzeitig die Beine schließen. Der Gastgeber war aber nur kurz geschockt und kam dann selber zu 2 tollen Möglichkeiten durch Klinge und Christ. Endstation war jedoch bei dem überragenden Robert Wolfermann, der im weiteren Spielverlauf zum Matchwinner avancierte. Mit Glück und Geschick überstand der MEC 2 Unterzahlsituationen und blieb weiterhin auch selbst gefährlich. Beide Teams spielten nun mit offenem Visier, es ging Hin- und Her. Die Huskies waren aber die, die sich zuerst in die Torschützenliste eintragen konnten. Die Bulls-Hintermannschaft ließ sich zum einzigen Mal an dem Abend nach Strich und Faden vernaschen. Nach Sikoras Körpertäuschung war der Weg frei für Manuel Klinge, der sich natürlich nicht zweimal bitten ließ und den Puck unhaltbar in den Winkel schoss. Der Unterschied war lange Zeit, die wieder einmal zum Haare raufen schlechte Chancenverwertung. Bestes Beispiel war der Alleingang von Bigam kurz nach dem Gegentreffer, wo er am Schoner von Martin Fous den Ausgleich vergab. Bis zur Drittelpause passierte nichts spielentscheidendes mehr.

Im zweiten Durchgang knüpften die Saale Bulls nahtlos an und brachten die Kasseler durch ihre aggressive und kompromisslose Spielweise etliche Male ins Schwitzen. Die erste Strafe des Abends gegen Kassel blieb noch ungenutzt, aber nach dem Florian Böhm auf der Strafbank Platz nehmen musste passierte es. Matthias Schubert passte im Angriff zu dem hinter ihm stehenden Andreas Schmelcher und ausgerechnet dieser so gescholtene Junge zimmerte den Puck an Freund und Feind vorbei in die Maschen! Da war er endlich, der verdiente Ausgleichstreffer. Und die Bulls zeigten weiterhin volle Konzentration und ließen nicht nach. Der ECK war sichtlich nervös und bekam wegen zu vielen Spielern auf dem Eis die nächste Strafe. Von einem Top-Team ist dies eigentlich sehr ungewöhnlich, aber es zeigte wie groß die Angst war zu verlieren. Leider konnte der MEC nicht das Powerplay in ein Tor ummünzen. Halle dominierte weiterhin das Spiel und musste nur noch einmal Zittern als ein Schuss an Wolfermann sowie dem einschussbereiten Kasseler haarscharf am Tor vorbei ging. Mit einem mehr als verdienten 1:1 ging es in die zweite Pause.

Während der MEC Stärke demonstrierte und frühzeitig auf das Eis kam, muss Jamie Bartman (Trainer von Kassel) seinen Männern eine deftige Standpauke gehalten haben. Zunächst schien es auch gefruchtet zu haben. Denn mit zunehmender Spieldauer im letzten Abschnitt nahm Kassel zumindest optisch das Heft in die Hand. Zwar konnten wenig große Möglichkeiten erspielt werden, aber der ECK drückte. Die Bulls stemmten sich mit aller Macht dagegen und wollten sich für ihre außergewöhnliche Leistung belohnen. Nach 48 gespielten Minuten kam es dann zur spielentscheidenden Szene. Petr Sikora wird sehenswert von einem Mitspieler angespielt und ist auf weiter Flur. Robert Wolfermann sieht, dass der Routinier sich die Scheibe etwas zu weit vorlegte und springt heldenhaft rein. Nach einer kurzen Besprechung gab die Hauptschiedsrichterin Penalty. Es war kaum auf den Rängen auszuhalten. Der gefoulte Sikora trat an und scheiterte an dem Fels in der Brandung! Spätestens jetzt war klar, hier muss man einfach was holen. Angetrieben von den restlos begeisterten 200 Fans aus Halle kämpften und rackerten die Bulls wie es nur ging. Dann brach 8 Minuten vor Spielende eine beängstigende Stille auf den Rängen der Kasseler auf. Eric Wunderlich rettet abgeklärt gegen eine mögliche 2 auf 1 Situation und spielt dabei noch einen tollen Pass. In dem daraus resultierenden Konter kommt Sebastian Lehmann an die Scheibe und scheitert nach einem harmlosen Schuss an Fous. Da auch der beste Mann auf der Seite der Gastgeber einen Fehler beging, schlug das Pendel in Richtung Halle. Ivan Kolozvary netzte im Nachsetzen zum 1:2 ein! Die Sensation schien zum Greifen nah. Der MEC stemmte sich aber mit aller Macht gegen die nun wie wild anrennenden Gastgeber. Wolfermann und einmal die Latte verhinderten den Ausgleich. Noch 1:36 Minuten waren auf der Uhr und Kassel schwächte sich durch eine Strafe. Dies musste der Sieg doch bedeuten. Der ECK nahm eine Auszeit und setzte alles auf eine Karte und nahm zusätzlich noch Fous vom Eis. 44 Sekunden vor Ende sollte einer der größten Erfolge der Geschichte der Saale Bulls eingetütet sein. Florian Eichelkraut setzte mit seinem Überzahltor in das verwaiste ECK-Gehäuse den Schlusspunkt in einer denkwürdigen Partie! Die Freude auf dem Eis, auf jeglichen Tribünen war grenzenlos und hoch emotional. Gleichzeitig musste man sich mehrmals fragen, ob es wirklich wahr ist, was soeben passierte.

Der MEC Halle 04 ist nach der blamablen Vorstellung gegen Timmendorf urplötzlich wieder im Rennen um die Play-Offs. Der nie für möglich gehaltene Sieg bringt den Bulls zumindest vorläufig den Tabellenplatz 2 ein, der für ein Weiterkommen reichen würde. Erstmals stehen die Bulls auf einem dieser begehrten Plätze!

Am kommenden Wochenende stehen die nächsten beiden schweren Spiele auf dem Programm. Beide Male heißt der Gegner: EV Duisburg. Bleibt die Leistung auf dem Niveau und spielt jeder Spieler so mit Herz wie gestern, könnte man am Ende vielleicht sogar einen riesen Schritt in Richtung Play-Offs gehen. Der Startschuss für die erste Begegnung ist am Freitag um 20 Uhr in der Volksbank Arena. Nach diesem Highlight haben die Jungs jegliche Unterstützung verdient! (MB)

Jetzt kommentieren Autor: Martin93 27.02.2012 14:18
19
Februar
2012

Bulls bringen die IceFighters auf Zwischenrundenkurs

Am Samstagabend war es wieder soweit. 2 Teams, viele Gästefans, über 2.000 Zuschauer, ausverkauftes Haus. Wenn genau dies eintrifft heißt es immer Derbytime! Der Sieger nach einem sportlich packenden Duell waren die IceFighters Leipzig. Sie besiegten den Meister, die Saale Bulls nach Verlängerung mit 3:2 (0:0, 1:2, 1:0, 1:0). Aber alles der Reihe nach…

Trotz der beeindruckenden und auch alkoholreichen Meisterfeier vom Vortag zeigten die Bulls von Beginn an eine gute Leistung. Sie dominierten die sichtlich nervösen IceFighters nach Belieben und scheiterten zu oft an dem zweifelsohne überragenden Steve Themm. Aber auch selbst war man einfach nicht kaltschnäuzig genug. Nach 8 Minuten traf Sebastian Lehmann freistehend vor dem liegenden Themm nicht das offene Tor. Es war zum Haare raufen und für das ganze Spiel bezeichnend. Obwohl die Bulls endlich mal, zumindest für eine lange Zeit, ohne Angst in ein Derby in der Messehalle 6 gingen. Das Leipzig in Drittel Nummer 1 nicht auf dem Eis war, sah man auch in der doppelten Überzahl. Zu konzeptlos und planlos ging man in dieses Powerplay. Wenn aber mal der Puck durch kam, war der im Vergleich zum Vortag, starke Lukas Steinhauer da! Mit einem für Halle fast schon enttäuschenden 0:0 ging es in die erste Pause.

Kaum wurde das Derby wieder angepfiffen gingen die Saale Bulls endlich in Führung. Zur Freude der rund 150 angereisten Gästefans netzte Sebastian Lehmann nach geschlagenen 23 Sekunden zur 0:1 Führung ein! Die Fans waren oben auf und auch die Mannschaft spielte fantastisch weiter. Eine weitere zwischenzeitliche Unterzahl überstanden die Bulls grandios, wie selten zuvor in der Messestadt. Die Chancenverwertung allerdings ließ ein ums andere Mal zu wünschen übrig. Nur einmal machte es der MEC Halle 04 nochmals an dem Abend besser. Auf Zuspiel von Bigam und Merkle lief Matthias Schubert aus rechter Position in Richtung Tor, Steve Themm versuchte den Winkel zu verkürzen, aber die Nummer 81 schoss den Puck unhaltbar über den Schoner in die kurze Ecke zum 0:2 in das Tor. Leipzig samt Fans war geschockt. Die IceFighters schienen nach ihrer wochenlangen Aufholjagd am Ende ihrer Zwischenrunden-Träume und der Kraftaufwand schien umsonst gewesen zu sein. Aber wer Leipzig kennt, der sollte sie nie abschreiben. Das Spiel wurde von beiden Seiten endlich offen geführt. Die IceFighters legten ihre Hemmungen ab und die Bulls spielten wie ein Meister es machen muss. Das Manko war aber wie so häufig, die Ausbeute vor dem Tor. Manch 2 auf 1 Situation wurde kläglich vergeben oder schlecht ausgespielt. Auf der anderen Seite ging es aber auch heiß her. Lukas Steinhauer parierte mehrmals grandios mit dem Schoner, der Fanghand oder der Schulter. Die manchmal unsichere Abwehr, allen voran der seit Wochen schwächelnde Meier, machten es dem Goalie nicht einfacher. 4 Minuten vor Ende des zweiten Drittel begann urplötzlich das Unheil. Tomas Vrba bekam von Lars Müller einen Traumpass, umspielte einen Abwehrspieler und ließ auch Lukas Steinhauer keine Chance. Es war der Knackpunkt des Spiels. Leipzig und ihre Fans waren fortan Herr im Haus. Von Halle war mehr auf dem Eis noch zu sehen, als von dem nun trostlosen und stimmungstechnisch beim Nullpunkt angelangten Gästeblock. Der MEC rettete Trotz alldem die Führung in die Pause.

Das letzte Drittel war an Spannung kaum mehr zu überbieten. Während Halle reihenweise Steve Themm berühmt geschossen hatte oder an ihm scheiterte, machten es die Leipziger ausgerechnet im Namen von Lars Müller besser. Das Tor zum 2:2 Ausgleich öffnete alle Türen den IFL. Das Knistern und Zittern war besonders beim Leipziger Anhang zu merken. Jeder Fehler hätte das Aus für alle Zwischenrunden-Träume bedeutet. Welch vor allem moralisch und kämpferisches Potenzial die Männer um Mannix Wolf haben bewiesen sie in der Folgezeit. Obwohl der Hauptschiedsrichter eher strittige Situationen für Halle gepfiffen hatte, spulten die Leipziger soweit wie sie konnten, ihr Pensum runter. Es endete in der Verlängerung.

Für den Gastgeber hieß es sprichwörtlich: „Siegen oder Fliegen!" Kaum lief diese Overtime hatte Halle 2 große Einschussmöglichkeiten, die zum Glück der Leipziger daneben gingen. Als nach einem dieser Schüsse ein Konter kam und Nikolaus Meier, wiederholt schlecht aussah, war Tomas Vrba es vermocht den Puck im Alleingang an Lukas Steinhauer in das Tor vorbeizuschieben. Es brach im weiten Rund grenzenloser Jubel aus. Die IceFighters Leipzig schlugen nicht nur den Meister, sondern holten sich damit durch diesen atemberaubenden Derbysieg die Riesenchance morgen in Berlin (O² World) gegen F.A.S.S. Berlin doch noch im Endspurt am eigentlich schon sicher geglaubten Zweiten Erfurt vorbeizuziehen.

Die Mannschaft um Jiri Otoupalik kann Stolz auf ihre Leistung sein, nur die Chancenverwertung war nicht gut. Selbst Max Veltwisch zeigte auf der Verteidigerposition eine tolle und besonnene Leistung.
Nur manch Fan sollte sich mal hinterfragen, was Unterstützung wirklich bedeutet.

Im Hinblick zur am kommenden Wochenende beginnenden Zwischenrunde gilt es dieses zu verbessern und den Jungs mit einer großen Portion Euphorie zu helfen und anzutreiben. Wann und vor allem wo das Saisonhighlight beginnt steht weiterhin nicht fest.

Für den zweimaligen Derbysieger und Halle-Bezwinger Leipzig geht es morgen zum zweiten Mal an diesem Wochenende um Alles oder Nichts. Bei dieser brisanten Geschichte werden sicherlich auch viele Hallenser vor dem Rechner sitzen! (MB)

Jetzt kommentieren Autor: Martin93 19.02.2012 00:02
13
Februar
2012

Bulls siegen locker beim angeschlagenen Vize-Meister des Vorjahres

Gestern Abend gewann der MEC Halle 04 souverän mit 2:8 (0:2, 1:2, 1:4) bei den Wild Boys Chemnitz, der ihren gesamte Situation damit sich weiterhin verschlechtert.

Das Spiel begann sehr zerfahren, beiden Mannschaften merkte man an, dass die wichtigsten Entscheidungen schon vorher gefallen waren. So tat man sich, eigentlich über das ganze Spiel gesehen, nicht großartig weh. Was man auch anhand der Strafen-Statistik entnehmen kann. Halle hatte zwar ein klares Übergewicht an Chancen und Spielanteilen, konnte aber wie so häufig nichts Zählbares sich erarbeiten. Die zwischenzeitliche Überzahl wurde kläglich verspielt. Als der ERV vollzählig war sah man, dass einige Spieler nicht voll bei der Sache waren. Hüben wie Drüben wurden teilweise verheerende Fehlpässe gespielt, zu nutzen wusste es aber keine Mannschaft. In dem ausgeglichenen Spiel konnte nach 12 Minuten der MEC in Führung gehen. Aufgrund der doch besseren Möglichkeiten verdiente man sich den Treffer zum 0:1. Die Entstehung allerdings war auch nicht zufriedenstellend. Benjamin Thiede spielte einen tollen Pass auf Artur Grass, der erst freistehend aus 3 Metern verzieht, um es kurz später dann doch besser zu machen. Nach Wiederanpfiff hatte der Gastgeber sofort die Riesenchance zum Ausgleich, nachdem mehrere Hallenser Spieler noch geschlafen hatten. Die Wild Boys übernahmen dann leicht die Kontrolle. Das beste Beispiel lieferte Felix Schümann, der Eric Wunderlich überlief und nur durch ein penaltyreifes Foul gestoppt werden konnte. Der Schiri ließ zum Erstaunen der Zuschauer das Spiel weiterlaufen. Bis zur Pause erhöhte dann Ivan Kolozvary im Nachsetzen zur beruhigenden 0:2 Führung.

Im zweiten Durchgang war das Bild genauso wie im ersten Abschnitt. Halle diktierte das Spiel, ohne groß dabei zu dominieren. Chemnitz hielt gut dagegen besonders dann wenn mal eine Unterzahl auf dem Programm stand. Die Vorentscheidung fiel in der 26. Minute. Max Veltwisch spielte einen tollen Pass in den Lauf von Maximilian Merkle. Er lief weiter und zog dann aus rechter Position flach ab und traf eiskalt zum 0:3. Dann hatten die Bullen sprichwörtlich ihre 5 Minuten. Strafe nach Strafe zog der MEC, aber selbst ein doppeltes Unterzahlspiel wurde erfolgreich abgewehrt. Das Spiel verflachte zunehmend, um kurz vor der zweiten Pause nochmals an Fahrt auf zu nehmen. Erst traf Halle durch Schubert zum 0:4. Den vorläufigen Schlusspunkt setze aber der sehr auffällige Tobias Rentzsch. Er überraschte Robert Wolfermann und erwischte ihn auf dem komplett falschen Fuß in der kurzen Ecke. Mehr als ein Anschlusstreffer sollte es aber nicht sein.

In Drittel 3 merkte man dem kleinen Chemnitzer Kader den Kräfteverschleiß nach der schweren Partie tags zuvor in Leipzig an. In regelmäßigen Abständen erhöhten die Saale Bulls. Aus dem 1:4 machten Kolozvary, Martin, Polak und Bigam innerhalb von 8 Minuten ein 1:8. Zwischen den Treffern 7 und 8 lagen gerade einmal 21 Sekunden! Dabei wurde ein Tor schöner herausgespielt als das Andere. Der Spieler des Monats Januar in Chemnitz, Patrick Fücker, konnte einem im Tor vom ERV nur noch leidtun. Aus 2 weiteren Powerplays konnte der MEC wieder keinen Treffer erzielen, somit fielen alle Tore bei gleicher Spielerstärke. Ein wenig Ergebniskosmetik konnten die Gastgeber noch betreiben. Der angeschlagene Wolfermann konnte einen Schuss von Keven Frank nur in die Mitte abprallen lassen, den Nachschuss netzte dann Michael Stiegler ein. Dies sollte der Schlusspunkt vor gerade einmal 211 Zuschauern sein!

Während beim letztjährigen Vize-Meister Chemnitz weiter alles den Bach runter gehen zu scheint, fängt für den MEC erst die wichtige Saisonphase an. Am Freitag empfängt man vor einer großen Kulisse den ECC Preussen Juniors Berlin um 20 Uhr in der Volksbank-Arena!
Anschließend kommt es zur großen Meisterfeier. Viel Zeit zum großen Feiern bleibt aber weder der Mannschaft noch den Fans, schließlich muss man nicht mal 24 Stunden später zum letzten Mitteldeutschen Derby der Saison in Leipzig antreten. Aufgrund der aktuellen Tabellensituation wird es wohl doch kräftig zur Sache gehen in der Messehalle 6! (MB)

Jetzt kommentieren Autor: Martin93 13.02.2012 23:37
05
Februar
2012

Ein toller Tag im eigentlich „ungeliebten“ Leipzig

Gestern um 13.15 Uhr traf sich eine 4-köpfige Reisegruppe um einen Tag in der „Hauptstadt von Polen“ zu verbringen. Der Start ging aber schief, durch mehrere Zufälle verpasste man um 15 Sekunden den ersten Zug. Eine halbe Stunde später ging es dann aber los. Im Zug fiel uns dann ein besonderer Fahrgast auf. Während der Kontrolle zeigte er eine Fahrplanauskunft dem Schaffner und meinte: „Das ist doch auch ein Fahrschein!“ Der Schaffner hatte Erbarmen bei der Kälte und ließ den Fahrgast weiterfahren. Diesen Fahrgast trafen wir auch auf der Rückfahrt noch mal.

Angekommen in Leipzig war die Temperatur im Vergleich zu Halle irgendwie noch tiefer, zumindest war unser Gefühl so. Mit der Straßenbahnlinie 15 in Richtung Meusdorf ging es dann in Richtung Altes Messegelände. Die Fahrt mit Zug und Straßenbahn war mehr als lustig und das ohne jeglichen Alkohol.

Angekommen um 15 Uhr in der Icearena Leipzig trafen wir dann auf unsere Leipziger Freundin, die der Grund für unsere Anreise war. Für sehr billigen Eintritt (4,50 €) und Verleih (3 €) ging es dann Eislaufen. Kleine Anmerkung: Wer schon eine Fahrkarte bezahlt, die es auch erlaubt nach Leipzig zu fahren, kann in der 40 km entfernten Stadt billiger Eislaufen gehen als in der Heimatstadt. Schon sehr traurig! In der Halle selbst war alles sehr gut organisiert, das gute Catering fiel ebenfalls auf. Selbst gebrannte Mandeln und Zuckerwatte für die kleinen Kinder gab es. Negativ war nur, dass die Eispflege einmal gemacht wurde und das Eis im Vergleich zu unserem schlechter war. Trotzdem hatten wir jede Menge Spaß, ließen uns sogar dazu hinreißen lustige und schöne Bilder zu machen. (Vor dem Fanblock der IFL und der Fahne).
Gegen 18 Uhr machten wir uns vorerst raus aus der Messehalle 6. Der erste Weg ging zu einem Auto, indem wir unsere Sachen verstauten. Danach sind wir noch bei HIT lecker in einem „kleinen“ Schnell-Restaurant was Essen gegangen. Es gab lecker Pizza, Döner und Nudeln. Für jeden war etwas dabei.

Um 19 Uhr war es dann soweit. Es ging in die Icearena Leipzig zum Spiel der IceFighters Leipzig gegen den ELV Tornado Niesky. Nachdem wir mit dem ermäßigten Eintritt (von 6 €!) in die Halle uns begaben, stand die Verpflegung an. Der eine holte sich ein Bier, der andere wie ich versorgte sich mit Pucks für das allseits bekannte Puckspiel. Dann wollten wir es nun wirklich wissen. Einmal in den Fanblock der IceFighters Leipzig, ja diesen Kick wollten wir haben. Um in den Block zu gelangen ging es an einer Wand vorbei die an den ehemalig gehassten Gegner Blue Lions Leipzig erinnerte, da an dieser Wand noch das Logo zu sehen ist. Das Gefühl war schon mulmig, denn diesen Vorgänger habe ich abgöttisch gehasst!

Nun zum Spiel: Den IceFighters merkte man an, dass es das 5. Spiel in 8 Tagen war. Sehr zögerlich gingen sie das Spiel an und schienen irgendwie noch nicht auf dem Eis gewesen zu sein. Die Folge war das 0:1 für die Tornados. Im Gegenzug glichen die IceFighters mit dem ersten Torschuss zum 1:1 aus. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals den Namen Müller oder „Fighters“ laut rufen würde, aber ich tat es. Aber auch in der Folgezeit zeigten die Lausitzer, trotz kleiner Kaderstärke, ihre Stärken. Mit schönen einstudierten Spielzügen überraschte man uns. Was uns speziell auffiel, war der selbstbewusste Auftritt der Gäste. In Halle stellte man sich einfach nur hinten rein und in Leipzig spielte man mit. Hier kam aber wirkliche Spannung auf, da hier kein einseitiger Spielverlauf zu erkennen war. Mit dem für mich schönsten Tor der Saison ging der Gast wieder in Führung. In einer 2 auf 1 Situation spielte Andreas Brill nach links auf Daniel Wahne, dieser schoss nicht sondern spielte zurück in die Mitte auf den dazu stürmenden Marco Noack. Der musste nur noch hoch einschieben, da Steve Stemm schon auf dem Boden lag. So spielt man eine Mannschaft aus. Manch Stürmer aus unseren Reihen hätte das ruhig mal sehen können, denn die Chancenverwertung muss zur Zwischenrunde besser sein!

Im zweiten Drittel verstand es Niesky nicht mehr mitzuspielen und igelte sich im eigenen Drittel ein. Leipzig drückte vehement auf den Ausgleich mit den tollen Fans im Rücken. Es dauerte allerdings bis zur 36 Minute. Dann erzielte Petr Hrach mit einem tollen Flachschuss aus linker Position das 2:2. Niesky konnte sich bei Ronny Greb bedanken, dass die IceFighters nicht höher führten. Obwohl Greb nicht sehr sicher auftrat.

Dann ging es in die zweite Pause, in dieser versuchte ich mein Glück im Puckspiel, konnte aber weder Freikarten noch ein exklusives IceFighters Fanpaket gewinnen. Mit einem leckeren Glühwein ging es in das letzte Drittel.

Leipzig merkte man dort den Kräfteverschleiß an, mehrere Male hielt der „saustarke“ Steve Themm den Gastgeber im Spiel. Kurz vor Schluss ließ sich Daniel Wahne, ein Ex-Hallenser, zu einem Stockschlag hinreißen. Dafür bekam er 5 + Spieldauer wegen Verletzungsfolge. Im anschließenden Powerplay trafen die Leipziger nichts. Erst als sich Lars Müller auf der Strafbank dazu gesellte, trafen die IceFighters. Erneut Petr Hrach fasste sich ein Herz und schoss den 3:2 Führungstreffer. Mit der ersten Führung im Rücken ließen die Leipziger nichts mehr anbrennen. Im Gegenteil: 30 Sekunden vor Schluss vernaschte Tomas Vrba die komplette Hintermannschaft samt Torwart der Tornados und netzte zum 4:2 Endstand ein. Die besten Spieler waren Steve Themm für die IFL und für den ELV war es Mojmir Musil.

Zur Stimmung: Die Behauptung, dass in Leipzig nur was los ist, wenn Halle da ist, muss ich strikt dementieren. Mit erfrischenden Trommeln (nämlich nur 1-2), neuen Gesängen und vor allem Tempo hatten wir viel Spaß gehabt. Es war natürlich auch aufgrund der kleineren Halle ein anderer Verbund zu spüren auf den Rängen. Mehr möchte ich nicht darauf eingehen, es war einfach eine gelungene Abwechslung zu unseren Heimspielen.

Danach fieberten wir, wie die Leipziger am Ticker. Erfurt holte am Ende durch Glück wohl die entscheidenden Punkte für die Zwischenrunde, da sie jetzt 7 Punkte Vorsprung auf die Leipziger haben und noch 2 Heimspiele bestreiten. Bei voller Punktausbeute ist Erfurt durch, wie im übrigen auch wir. Die Saale Bulls holten ohne eigene Beteligung, dank Chemnitz, die Meisterschaft der Oberliga Ost in der Saison 2011/ 2012! Da Erfurt nur noch auf 63 Punkte kommen kann und der MEC genau diese Punktzahl hat ist man durch, da der direkte Vergleich an Halle geht!

Diese Meisterschaft feierten wir unter zahlreichen IceFighters Fans auf der Fanparty in den VIP-Räumen mit einem Bierchen. Voller Genugtuung versteht sich. Natürlich ließen wir uns es nicht nehmen und holten uns ein Foto mit Jedrzej Kasperczyk. Als dann der Stadionsprecher der IFL einen Seitenhieb in Richtung Halle schoss, schlugen wir zurück. Manu nahm seinen Schal legte ihn vor Kaspi und drehte die Indians Seite um. Zum Vorschein kamen dort natürlich die Saale Bulls. Kasperczyk war einen Moment total sprachlos und die Leipziger standen erstaunt mit offenem Mund daneben. Manche rieben sich kurzzeitig die Augen und manche mussten sich dieses Highlight mit einem Foto versüßen. Klarer Punktsieg für Halle.
Danach musste auch noch Erik Reukauf dran glauben und musste sich zum Foto zu uns gesellen. Er erkannte uns schon bevor wir überhaupt gesagt hatten woher wir kommen. Nach einem kurzen Gespräch mussten wir uns dann wohl oder übel auf dem Heimweg machen. Dann setzte ich aber nochmals auf Konfrontation und richtete Jens liebe Grüße aus Halle am DJ Pult aus. Der war etwas irritiert und war ebenfalls sprachlos.

Dann war es soweit, wir verabschiedeten uns von unserer Leipziger Freundin und deren Bruder, sowie einem Kumpel. Übrigens waren unsere Meinung komplett aufgeschlossen gegenseitig. Wir verstanden uns so gut, dass wir Absprachen schlossen und uns auf Wetten einließen.
Mit einem merkwürdigen Gefühl im Bauch verließen wir das Alte Messegelände. Wir sind uns sicher, dass wir einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben bei den IceFighters!

Ein toller Nachmittag und Abend ging somit so langsam zu Ende. Es bleibt nur festzuhalten: Bei aller Rivalität, es gibt vielmehr im Leben als Eishockey. Dazu zählen z.B. auch tolle Freundschaften. Wir lassen uns jedenfalls nicht beirren und freuen uns auf weitere solche Momente. Es klingt makaber, aber danke: Leipzig!!!

4 Kommentare Autor: Martin93 05.02.2012 15:36
28
Januar
2012

Überraschende Niederlage gegen das Schlusslicht

Der MEC verlor eine Partie, die man über weite Strecken dominierte am Ende mit 1:2 (0:0, 0:1, 1:1) und dies sogar nicht unverdient.

Es gibt sie manchmal, die Spiele, wo einer Mannschaft überhaupt nix gelingen will. Und wenn es nur die Tore sind, die am Ende den entscheidenden Unterschied machen. Der MEC, der auf die gesperrten Eric Wunderlich und Artur Grass verzichten musste, startete keineswegs schlecht. Die mit nur 12 Feldspielern angereisten Gäste fügten sich ihrem Schicksal und verteidigten mit Mann und Maus. Selbst die Überzahlsituationen wurden eher verhalten angegangen und großartige Chancen musste Torhüter Robert Wolfermann nicht vereiteln. Ganz anders sein Mann gegenüber. Der schon vor 2 Wochen überragend haltende Dustin Haloschan spielte sich in einen Rausch und hielt alles was auf seinen Kasten kam. Der MEC haderte mit dem Abschluss und wurde mit zunehmender Spieldauer unsicherer. Selbst eine doppelte Überzahl, die 30 Sekunden lang ging, konnte nicht verwertet werden. So ging es wie schon vor 2 Wochen mit einem 0:0 in die Pause.

Auch das zweite Drittel glich einer Kopie des Ersten. Halle verstand es nicht den Puck in die Maschen zu bekommen. Auch die Powerplays konnten da keine Hilfe leisten. Immer wieder Endstation war beim Jonsdorfer Goalie. Aber auch die Abschlussschwäche war mal wieder zu erkennen. Der eher als Vorlagengeber bekannte Ivan Kolozvary scheiterte nach rund 30 Minuten freistehend kläglich! So kann man kein Spiel gewinnen und das Unglück nahm seinen Lauf. Ebenfalls wie vor 2 Wochen ging der Gast aus dem Zittauer Gebirge mit 1:0 in Führung. Zwar war diese aufgrund der Spielanteile unverdient, aber die nimmermüden kämpfenden Falken erarbeiten sich diesen Treffer redlich. Der Ex-Hallenser Christian Rösler vollendete in Überzahl einen Pass von Peter Meier. Bei diesem Fernschuss war Wolfermann machtlos, wurde ihm doch gekonnt die Sicht versperrt. Die Falken und ihr Anhang waren sichtlich begeistert. Wer danach auf den „Hallo wach“-Effekt bei den Gastgebern gehofft hatte wurde enttäuscht. Kurz vor Drittelende musste sogar Robert Wolfermann in letzter Sekunde retten, um den MEC vor einem 2-Tore-Rückstand zu bewahren.

Das Ziel im letzten Drittel war klar ausgegeben, endlich die Möglichkeiten verwerten, um sich nicht eine schon etwas peinliche Heimniederlage einzufangen. Wie einfach man aber Tore erzielt, zeigte wieder der Gast. Peter Meier scheiterte noch an Wolfermann, aber gegen den Nachschuss von Andreas Baumer war er dann machtlos. Der Beginn des letzten Abschnittes hätte nicht schlechter verlaufen können. Auch die Hoffnung, dass die Falken eventuell einbrechen könnten, war vergebens. Mit Mann und Maus kämpften die Gäste weiter und durch die Führung im Rücken wurden zusätzlich neue Kräfte frei gesetzt. Der MEC versuchte mit wütenden Angriffen schnell eine Antwort zu finden, aber dies dauerte. Nach 49 Minuten kam endlich die Erlösung. Durch Zuspiele von Eichelkraut und Lehmann traf Ivan Kolozvary aus linker Position in die kurze Ecke und erzielte den 1:2 Anschlusstreffer. Das Tor sah nicht unhaltbar aus, aber man kann dem Jonsdorfer Goalie keinen Vorwurf machen, wenn man 50 Schüsse auf ein Tor bekommt, passiert so etwas zwangsläufig. Die Fans wachten auch wieder auf und unterstützten ihre Mannschaft wo sie konnten, aber es blieb auch danach zum Verzweifeln. Es war wie verhext und die Ladehemmung konnte nicht abgelegt werden. Man konnte den starken Haloschan, der zurecht bester Spieler auf Gästeseite wurde, nicht noch einmal überwinden. Selbst die Herausnahme von Wolfermann brachte nichts mehr ein. Der Tabellenletzte feierte somit ausgelassen mit seinen angereisten Fans diese deftige Überraschung in der Volksbank Arena.

Der MEC dagegen verlor nicht nur gegen den Goalie und den Gegner, sondern abermals an seinem eigentlich vergessen Problem: der Chancenverwertung. Damit mussten die Saale Bulls auch ihre erste Niederlage im Kalenderjahr 2012 einstecken. Eine positive Meldung gab es dann doch noch zu hören nach dem Schlusspfiff. Der Verfolger aus Erfurt patzte ebenfalls (gegen Preussen Berlin) und konnte damit den Ausrutscher der Gastgeber nicht ausnutzen.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass man nicht ohne Weiteres alles gewinnen kann. Vielleicht sogar eine Niederlage zum richtigen Zeitpunkt. Bereits am Sonntag kann das Team um Coach Otoupalik Wiedergutmachung betreiben, wenn es ab 14 Uhr bei F.A.S.S. Berlin zur Sache geht! (MB)

Jetzt kommentieren Autor: Martin93 28.01.2012 01:56
26
September
2010

EC Hannover Braves zu Gast

Neuling EC Hannover Braves zu Gast

Gegensätzlicher können zwei Testspielgegner aus einer gleichen Liga nicht sein: Letztes Wochenende absolvierte der ESC Halle 04 e.V. seine Spiele Nummer 39 und 40 gegen den Rostocker EC, an diesem Wochenende treffen die Saale Bulls auf einen absoluten Neuling – der EC Hannover Braves ist zu Gast am Gimritzer Damm (Freitag, 20 Uhr).

Betrachtet man sich das Logo des neu gegründeten EC Hannover Braves, denkt man automatisch an die Hannover Indians. Beide Embleme zieren ein ähnlicher Schriftzug sowie ein Indianskopf – und dies mit voller Absicht: Die Braves treten als die 2.Mannschaft der Indians an.

Hervorgegangen aus den Hannover Pferdeturm Towers, sind die Braves Teil eines neuen Konzeptes zum Ausbau der Nachwuchsarbeit der Indians und man hofft im Lager der Leinestädter, den Einen oder Anderen „mutigen“ (so die Übersetzung von Braves) dauerhaft im Kader der Zweitligamannschaft begrüßen zu können.

Das junge Team mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren besteht zum Großteil aus Spielern, die bereits in der vergangenen Spielzeit für die Pferdeturm Towers oder aber für weitere Vereine aus der Region (Wedemark Scorpions, Langenhagen Jets) auf dem Eis standen.

Die sicherlich bekanntesten Spieler des Oberligisten sind Torwart Peter Holmgren (letzte Saison beim EV Landsberg), Thomas Dreischer (Rostocker EC) sowie Karan Moallim, der 2008/09 für die Saale Bulls aktiv war und einen Treffer erzielen sowie drei weitere vorbereiten konnte.

Die Kontingentstellen der Hannoveraner belegen der Kanadier Dustin Korlak sowie der US-Amerikaner Matt Cook. Die beiden Stürmer wollen sich bei ihrer Premierensaison außerhalb der Heimat präsentieren und dazu beitragen, dass die Braves eine tragende Rolle in der Oberliga Nord spielen. Und wer weiß – vielleicht sieht man den Einen oder Anderen in absehbarer Zeit auch höherklassig spielen.

Jetzt kommentieren Autor: Stephan 26.09.2010 15:36
05
September
2010

Ultras und Eishockey

Warum nicht zusammenwächst was nicht zusammengehört! Eishockey ist ein emotionaler Sport. Gerade deshalb konnten sich in diversen Eisstadien Stimmungen etablieren, die man weder auf Fußballplätzen noch in anderen Sportarenen finden konnte.

Auch die Zuschauerklientel war nicht nur männlich, nein auch Frauen und ganze Familien frönten ihren Vereinen und ihrem Sport. Emotionen ausleben bedeutete auch, daß man sich vom Stress des Alltags erholen konnte. Nirgends klappte die Symbiose zwischen seinem Verein und den Fans besser als beim Eishockey. Guten gegnerischen Leistungen zollte man auch den nötigen Respekt.

Man konnte deshalb auch mit mancher Niederlage umgehen. Natürlich kam es dann und wann auf den Rängen auch zu unschöneren Szenen, doch erlebte man dann eine einzigartige Selbstreinigung unter den Fans und man konnte wieder zur Tagesordnung übergehen, sein Team anfeuern und seine Emotionen ausleben.
Natürlich verklärt die Vergangenheit Vieles von dem Beschriebenen. Doch man konnte ohne Angst die Spiele besuchen. Die Liga verwandelte sich und damit auch die Vereine und die Fans. Das Publikum wurde insgesamt kritischer. Gründe sind in den gewandelten Strukturen, sowohl im Eishockey, als auch in der Gesellschaft zu finden.

Gerade die Gesellschaft ist es, die manchen auf der Strecke lässt. Höhere Anforderungen in Schule und Beruf lassen häufig soziale Bindungen in den Hintergrund treten. Nicht zu vergessen unser Bildungsdilemma. Ein Erbe der 68er Generation? Es würde jetzt zu weit führen, aber es wurde sicherlich versäumt bestimmte Werte zu vermitteln, die ein besonderes Gut darstellen. Dazu gehört vor allem ein respektvoller Umgang einander und soziale Verantwortung. Klar, wenn es die Gesellschaft nicht vorlebt, wie sollen diese Werte heute noch vermittelt werden. Wenn „Jedem das Seine und mir das Meiste“ tagtäglich Jedermann vor Augen geführt wird, wenn in der Politik seit Jahrzehnten diesbezüglich die ruhige Hand das Zepter schwingt, wenn Integration bis heute nicht begriffen ist, wenn Gerechtigkeit mit Füßen getreten wird, wenn Familien sich in Selbstverwirklichung üben, wo und wie sollen Kinder dann noch lernen?

In den Ligen sieht es nicht minder erschreckend aus. Fortschreitende Kommerzialisierung trägt dem Leistungsgedanken Rechnung. Früher undenkbar, so ist es heute Gang und Gäbe, das Geld Tore schießt. Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen (z.B. eine vernünftige Jugendarbeit) ist dem Augenblickserfolg eher hinderlich.

Schaut man sich einmal in den Ultrakreisen um, so beziehen sich die Kreise zunächst auf das Ursprüngliche unseres Eishockeysports, u.a. Entkommerzialisierung und Unterstützung der eigenen Mannschaften. Dazu musste der Fan neu erfunden werden. Stimmung wurde „gemacht“ also „gearbeitet“. Das Ergebnis war endloser Dauersupport, ohne Hirn, ohne Witz. Hauptsache singen für die eigene Mannschaft. Der „richtige“ Fan war geboren.

Diese Pseudostimmung ist aber nicht die Stimmung, von der Eishockey im Besonderen lebt. Entweder bin ich in Stimmung oder aber nicht. Entweder springt bei mir der Funke über, das kann Anfeuern der eigenen Mannschaft oder auch Galgenhumor sein, oder aber nicht. Es sind immer Emotionen, die einen in Stimmung bringen, oder aber nicht. Keinesfalls ist es Dauersupport um des Supports oder der Selbstbeweihräucherung Willen der mich in Stimmung bringt. Eigentlich nervt dieser Dauersupport nur noch.

Schaut man in spezielle Ultrakreise, so wird mir auch klar, daß sich hier eine Subkultur heranbildet, die zu Problemen mit anderen Gästen des Eishockeys führen, und somit schädlich für die Vereine und den Sport sind. Ein Paradebeispiel für diese Schädlichkeit war das Regionalligaspiel zwischen der DEG Eishockey e.V. und dem ESC Moskitos Essen. Zunächst wird Pyrotechnik abgefackelt, daß man nur noch schlecht sehen kann. Dann wird der Gegner verhöhnt mit Gesängen aus der untersten Schublade. Später kam es dann zur „Böllerstimmung“ und Handgreiflichkeiten durften auch nicht fehlen. Stellt sich also die Frage, weshalb es gerade bei Fangruppierungen aus der Ultraszene immer wieder zu Problemen kommt. Da hilft dann manchmal ein Blick auf die Homepage, exemplarisch soll hier mal die des Düsseldorfer Supportersclub (DSC02) herhalten, auf der man u.a. folgendes nachlesen kann.

Zitat: „Wir sind eine überwiegend junge Gruppe mit dem Ziel unseren Verein, die Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft von 1935, würdig zu unterstützen und unsere Heimatstadt Düsseldorf würdig zu repräsentieren.“
Was nehmen die sich eigentlich heraus? Erstens ist „würdig vertreten“ etwas anderes als mit hohlen Phrasen den Gegner zu beschimpfen, zweitens wähle ich bei Kommunalwahlen die Repräsentanten meiner Stadt. Keinesfalls will ich von dieser Gruppe repräsentiert werden.
Zitat: „Jeder der eine Mitgliedschaft anstrebt oder bereits Mitglied ist muss bereit sein aus freien Stücken während dem Spiel alles aus sich raus zu holen! Es sollte eine Ehre darstellen die schönsten Farben der Welt zu unterstützen und zu vertreten.
Da stellt sich mir doch die Frage, weshalb diese Problemfans mit schwarzen Jacken und Kapuzen auftreten? Die Antwort will ich später klären. Interessant in diesem Zusammenhang, daß noch ein weiterer Fanblock im Stadion zugegen war, der wohl dem gleichen Fanclub angehörte. Insgesamt kann man feststellen, daß weder die Düsseldorfer noch die Essener Farben bei diesen Clubs vertreten waren.

Zitat: „Gegenseitiger Respekt sollte intern, in der gesamten DEG-Szene und auch außerhalb vom Eishockey eine Selbstverständlichkeit sein. Genau aus diesem Grund lehnen wir auch Gewalt rund um unseren Sport ab und stehen dafür ein, dass die Eishockey Szene nicht zu einer plumpen Kopie der Fußball(-Riot)Szene verkommt.“

Vollkommen richtig. Nur verhält es sich in der Regel bei diesen Problemfans so, daß nach dem „intern“ schon der Schnitt kommt. Stinkefinger und das Verhöhnen des Gegners hat nichts mit dem Respekt zu tun, wie er beschrieben wird.
Noch viel schlimmer sieht es bei der Rekrutierung des Nachwuchses dieses Clubs aus.
Zitat: Wir sind ein Freundeskreis, und keine Gruppe die sich 1x in der Woche im Stadion bei der DEG trifft. Wer nur auf 1x die Woche "Stadion gehen" Lust hat, der ist bei uns leider falsch, denn wir leben und lieben diesen Verein - und das nicht nur einmal in der Woche!
Wir treffen uns regelmäßig einmal in der Woche zum Ideen bereden, Fahnen malen, Aktionen vorbereiten oder einfach nur zum rumlabern. Diese Treffen sind keine Pflicht, aber wenn ich Mitglied in dieser Gruppe bin und mich einbringen will, dann kommt das automatisch. D.h. also, dass Freundschaft ein sehr wichtiger Part in unserer Gruppe ist.

Hier wird schon deutlich, daß Freundschaft innerhalb der Gruppe ein wichtiges Gut für diese Gruppe ist. Wie weit diese Freundschaft gehen kann, zeigt sich doch immer dann, wenn es, sagen wir mal so, zu abnormen Verhalten kommt. Es bildet sich eine Art Ehrenkodex, der es von außerhalb dieser Gruppe schwer macht, aufklärend zu wirken. Diverse Dinge werden halt intern unter Freunden geregelt.
Zitat: Den Gegner in Grund und Boden singen und unsere Mannschaft unterstützen.
Mit wem ist denn der Gegner gemeint? Gegnerische Fans? Gegnerische Mannschaft? Da die gegnerische Mannschaft nicht mitsingt, kann es nur Ersteres sein. Kann das der Beginn einer gewissen Spirale sein, an der man dreht? Lesen wir mal weiter.
Zitat: Das ist das, wofür wir leben! Die DEG! Für die meisten von uns ist der Verein mehr als nur ein Hobby, viel mehr ist er ein Lebensgefühl und ein Lebensinhalt. Und weil dies in den vergangenen 2 Jahren immer mehr Jugendliche für sich entdeckt haben, gründete sich die SUPPORTER JUGEND. Gegründet wurde die Gruppe vom DSC 2002, weshalb wir, die Mitglieder der JUGEND auch ein Teil des DSC sind. Der Löwe, das Logo des DSC ziert auch unser Logo, was unsere Zusammengehörigkeit zeigt.

Es wird schon traurig, wenn die DEG der einzige Lebensinhalt dieser Gruppe wird. Auch der sonstige Freundeskreis und Horizont wird hiermit nicht gerade erweitert, es sei denn, man ist mit diesem Freundeskreis glücklich. Fakt ist aber, daß das soziale Umfeld der einzelnen Mitglieder hierunter leiden wird und somit für die freie Entfaltung der Persönlichkeit eines jeden einzelnen Mitglieds letztendlich kein Raum mehr ist. Interessant ist aber auch, daß das Zusammengehörigkeitsgefühl nicht durch die Vereinsfarben, die ja alle so sehr lieben, manifestiert wird, sondern durch den Löwen des DSC.
Zitat: Wir sind aber auf keinen Fall vom DSC "abhängig". In vielen Sachen agieren wir eigenständig. Unsere Klamotten bestellen, Fahnen entwerfen, oder gemeinsame Aktivitäten. Sachen wie neue Artikel (Aufkleber, Buttons, T-Shirts etc.) sind aber mit den Führungsleuten des DSC abgesprochen.
Es wird immer schlimmer. Hieraus lässt sich entnehmen, daß man schon wer ist, aber in der Hierarchie noch weiter kommen kann. Existiert in diesem Verein ein Führersystem?
Zitat: Ich will mich nicht wie die anderen Trottel in meiner Klasse und der Schule verhalten, die sich regelmäßig ins Koma gemütliches trinkenen und sonst keine wirklichen Hobbys haben, geschweige denn ein Gesprächsthema außer gemütliches trinkenen und rauchen. Das dieses Denken nicht gerade auf viele Anhänger stößt ist klar. Wer auch nur ein Tick von der normalen Masse abweicht, wird direkt abgestempelt. Sei es der Emo, Punk, Fan/Ultra o.ä. . Wenn also im Unterricht oder auf dem Schulhof das Gesprächsthema Hooligans und Randalierer ist, sind die Augen auf mich gerichtet. Das diese Leute davon nicht die geringste Ahnung haben, dürfte jedem klar sein. Das wird einem auf die Dauer aber auch gleichgültig, denn jegliche Erklärungsversuche sind sowieso zum Scheitern verurteilt. Grundlegend kann man sagen, dass wir als Gruppe anders sein wollen als die breite Gesellschaft. Die Entscheidungen der DEG, der DEL oder sonstigen Organen wollen wir kritisch hinterfragen.

Versuchen wir es mal mit der deutschen Sprache und wir stellen fest, daß
- die anderen Mitschüler Trottel sind und sich regelmäßig ins Koma gemütliches trinkenen;
- die anderen Mitschüler keine wirklichen Hobbys haben.

Dann wird weiter vorgebaut. Alle anderen haben nicht die geringste Ahnung von Hooligans und Randalierern. Die Verfasser dieses Pamphlets bleiben allerdings einer Antwort auf das „Weshalb“ schuldig. Auch einer Auseinandersetzung mit diesem Thema ist in Augen des DSC zum Scheitern verurteilt. Diese Gruppe stellt sich offensichtlich außerhalb der Gesellschaft.
Die Kleidung dieser Problemfans ist überwiegend schwarz mit Kapuze. Damit bezweckt man zum Beispiel, daß eine Identifizierung einzelner Mitglieder äußerst schwer fällt. Durch den Ehrenkodex, daß alle Freunde sind, ist man durch die Gruppe geschützt.
Diese Verhaltens- und Argumentationsweise ist die Methodik der Rattenfänger, wie wir sie in unserer dunkelsten Vergangenheit erlebt haben oder aber noch heute in Rechten Kreisen vorfinden. Die Ziele mögen andere sein. War es früher die Liebe zum Führer, so ist es in den Augen des DSC02 die Liebe zur DEG. Wenn meine Liebe befleckt wird, dann kommt folglich der Hass auf den Befleckenden auf, und schon wird die Spirale in Gang gebracht. Hier sollte einfach mal ein Punkt gesetzt werden.

Ich liebe meine Frau, meine Kinder, meine Familie. Dort kann ich lieben lernen und vermitteln. Wenn ich mich im Einklang mit meiner Familie befinde, dann kann ich mich auch um meinen Nachbarn kümmern. Eine Liebe zu einem Verein oder Gruppe kann nie das Leben und Lieben einer Familie ersetzen. Insofern ist die Liebe zu einem Verein oder einer Gruppe immer das Grundübel einer jeden nicht friedvollen Auseinandersetzung. Die Religionskriege lassen grüßen.
Seitens der Vereine kann es nicht sein, daß diese Probleme unter den Teppich gekehrt oder schöngeredet werden. Der DSC02 hat keinen Alleinvertretungsanspruch und es stellt sich die Frage, ob ich durch diese Gruppe mehr Zuschauer gewinne oder aber vergraule. Auch das Argument dieser Problemfans, daß ohne sie überhaupt keine Stimmung mehr wäre, ist kein Argument. Das habe ich eingangs schon einmal dargestellt und auf „Bombenstimmung“ habe ich auch keine Lust.

Wenn das alles Heinrich Heine wüsste, er würde sich sicherlich im Grabe rumdrehen.

Jetzt kommentieren Autor: Stephan 05.09.2010 19:07
05
September
2010

In der Regionalliga wird für lau gespielt

...eine Mär vom Handschlag, der nichts mehr zählt. Es gibt doch einen Eishockeyverein, der mit seinem Verbandsligakader in die Regionalliga aufgestiegen ist. Um sich dort zu halten, sollte die Mannschaft nur punktuell verstärkt werden. Wie schafft man es denn, daß Spieler bei einem Klub landen, der nichts zahlt bzw. nichts zahlen kann oder darf? Ganz einfach. Man schließt mündliche Verträge per Handschlag, die manchmal nicht ganz koscher sind.

Die Aufwandsentschädigung wird mal in Form einer Übungsleiterpauschale gezahlt (immerhin sind das € 2.100 pro Person und Jahr steuer- und sozialabgabenfrei), mal beteiligt sich der Verein an den Fahrtkosten. Da ist eigentlich nichts Verwerfliches dran. Schlimm wird es allerdings, wenn die Bezüge deutlich höher liegen, für Logis gesorgt und obendrauf ein Fahrzeug gestellt wird (der Spieler unterschreibt und der Verein zahlt die Raten). Noch schlimmer kommt es allerdings, wenn der Verein seinen mündlich getroffenen Verpflichtungen nicht nachkommt und der Spieler dann erst merkt, daß er stolzer Besitzer eines Leasingvertrages ist. Er wird sprichwörtlich im Regen stehen gelassen. Diese Praktiken sind keine Einzelfälle. Absolut nicht in Ordnung ist allerdings, daß Spieler mit diesen Versprechungen geködert werden und diese danach feststellen müssen, daß der Handschlag nichts mehr gilt. Allein schon der ersten Rate musste hinterhergelaufen werden.

Natürlich sind die Vereine am Knapsen. Doch sollten sie so fair sein, den Spielern reinen Wein einzuschenken und sich selbst einzugestehen, daß die Regionalliga eigentlich nicht gestemmt werden kann. Das würde keine Negativschlagzeilen produzieren und keine Sponsoren verschrecken. Auch die Fans könnten sich unter Umständen besser mit ihrem Verein identifizieren, da sie dann nicht von versprochenen Luftschlössern träumen, die über kurz oder lang sowieso zerplatzen.

Ebenfalls schlimm ist es, wenn der Verein an die Presse geht und hinausposaunt, daß er nie etwas gezahlt hat, nie etwas zahlen darf laut Satzung und deshalb auch nie etwas zahlen wird. Er macht sich nur unglaubwürdig und unter Insidern lächerlich.

Jetzt kommentieren Autor: Stephan 05.09.2010 19:05
04
September
2010

ESC Halle 04

Am Freitagabend war es endlich soweit, der ESC Halle 04 e.V. startete in die Spielzeit 2010/11. Erster Testspielgegner war der Oberligist aus Hamm und die Saale Bulls machten da weiter, wo sie Ende März aufhörten – mit einem Sieg.
Am Ende stand ein ungefährdeter 6:2-Erfolg über die Westfalen auf der Uhr und das Team um Kapitän Kasperczyk präsentierte sich nach nur wenigen Trainingseinheiten als eine schon sehr homogen agierende Mannschaft. Auch ein Blick auf den Spielbericht bestätigt dies: Elf verschiedene Spieler konnten sich in die Scorerliste eintragen. Neben den „üblichen Verdächtigen“ Kasperczyk, Miklik, Schubert und Burian (in Überzahl) konnten sich auch die beiden Neuzugänge Eichelkraut und Lehmann von den Zuschauern für einen Treffer bejubeln lassen. Auffälligster Akteur der Partie gegen die Young Stars war neben Sebastian Lehmann (ein Tor, drei Vorlagen) Verteidiger Ricky Helmbrecht. Der mit einer Gastspielgenehmigung aufgelaufene US-Amerikaner bestach durch ein gutes Auge sowie seine Defensiv- und auch Offensivstärke – nur der Pfosten verhinderte, dass auch er sich in die Torschützenliste eintragen konnte.

Fazit: Ein gelungener Einstand für die Saale Bulls, bei denen die Neuzugänge sofort ins Team integriert werden konnten und einem Gastspieler, der einem jeden Team hervorragend zu Gesicht stehen würde.

Jetzt kommentieren Autor: Stephan 04.09.2010 22:36
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