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Bulls bringen die IceFighters auf Zwischenrundenkurs
von Martin93 In der Kategorie Allgemein am 19.02.2012 um 00:02 Uhr.



Am Samstagabend war es wieder soweit. 2 Teams, viele Gästefans, über 2.000 Zuschauer, ausverkauftes Haus. Wenn genau dies eintrifft heißt es immer Derbytime! Der Sieger nach einem sportlich packenden Duell waren die IceFighters Leipzig. Sie besiegten den Meister, die Saale Bulls nach Verlängerung mit 3:2 (0:0, 1:2, 1:0, 1:0). Aber alles der Reihe nach…

Trotz der beeindruckenden und auch alkoholreichen Meisterfeier vom Vortag zeigten die Bulls von Beginn an eine gute Leistung. Sie dominierten die sichtlich nervösen IceFighters nach Belieben und scheiterten zu oft an dem zweifelsohne überragenden Steve Themm. Aber auch selbst war man einfach nicht kaltschnäuzig genug. Nach 8 Minuten traf Sebastian Lehmann freistehend vor dem liegenden Themm nicht das offene Tor. Es war zum Haare raufen und für das ganze Spiel bezeichnend. Obwohl die Bulls endlich mal, zumindest für eine lange Zeit, ohne Angst in ein Derby in der Messehalle 6 gingen. Das Leipzig in Drittel Nummer 1 nicht auf dem Eis war, sah man auch in der doppelten Überzahl. Zu konzeptlos und planlos ging man in dieses Powerplay. Wenn aber mal der Puck durch kam, war der im Vergleich zum Vortag, starke Lukas Steinhauer da! Mit einem für Halle fast schon enttäuschenden 0:0 ging es in die erste Pause.

Kaum wurde das Derby wieder angepfiffen gingen die Saale Bulls endlich in Führung. Zur Freude der rund 150 angereisten Gästefans netzte Sebastian Lehmann nach geschlagenen 23 Sekunden zur 0:1 Führung ein! Die Fans waren oben auf und auch die Mannschaft spielte fantastisch weiter. Eine weitere zwischenzeitliche Unterzahl überstanden die Bulls grandios, wie selten zuvor in der Messestadt. Die Chancenverwertung allerdings ließ ein ums andere Mal zu wünschen übrig. Nur einmal machte es der MEC Halle 04 nochmals an dem Abend besser. Auf Zuspiel von Bigam und Merkle lief Matthias Schubert aus rechter Position in Richtung Tor, Steve Themm versuchte den Winkel zu verkürzen, aber die Nummer 81 schoss den Puck unhaltbar über den Schoner in die kurze Ecke zum 0:2 in das Tor. Leipzig samt Fans war geschockt. Die IceFighters schienen nach ihrer wochenlangen Aufholjagd am Ende ihrer Zwischenrunden-Träume und der Kraftaufwand schien umsonst gewesen zu sein. Aber wer Leipzig kennt, der sollte sie nie abschreiben. Das Spiel wurde von beiden Seiten endlich offen geführt. Die IceFighters legten ihre Hemmungen ab und die Bulls spielten wie ein Meister es machen muss. Das Manko war aber wie so häufig, die Ausbeute vor dem Tor. Manch 2 auf 1 Situation wurde kläglich vergeben oder schlecht ausgespielt. Auf der anderen Seite ging es aber auch heiß her. Lukas Steinhauer parierte mehrmals grandios mit dem Schoner, der Fanghand oder der Schulter. Die manchmal unsichere Abwehr, allen voran der seit Wochen schwächelnde Meier, machten es dem Goalie nicht einfacher. 4 Minuten vor Ende des zweiten Drittel begann urplötzlich das Unheil. Tomas Vrba bekam von Lars Müller einen Traumpass, umspielte einen Abwehrspieler und ließ auch Lukas Steinhauer keine Chance. Es war der Knackpunkt des Spiels. Leipzig und ihre Fans waren fortan Herr im Haus. Von Halle war mehr auf dem Eis noch zu sehen, als von dem nun trostlosen und stimmungstechnisch beim Nullpunkt angelangten Gästeblock. Der MEC rettete Trotz alldem die Führung in die Pause.

Das letzte Drittel war an Spannung kaum mehr zu überbieten. Während Halle reihenweise Steve Themm berühmt geschossen hatte oder an ihm scheiterte, machten es die Leipziger ausgerechnet im Namen von Lars Müller besser. Das Tor zum 2:2 Ausgleich öffnete alle Türen den IFL. Das Knistern und Zittern war besonders beim Leipziger Anhang zu merken. Jeder Fehler hätte das Aus für alle Zwischenrunden-Träume bedeutet. Welch vor allem moralisch und kämpferisches Potenzial die Männer um Mannix Wolf haben bewiesen sie in der Folgezeit. Obwohl der Hauptschiedsrichter eher strittige Situationen für Halle gepfiffen hatte, spulten die Leipziger soweit wie sie konnten, ihr Pensum runter. Es endete in der Verlängerung.

Für den Gastgeber hieß es sprichwörtlich: „Siegen oder Fliegen!" Kaum lief diese Overtime hatte Halle 2 große Einschussmöglichkeiten, die zum Glück der Leipziger daneben gingen. Als nach einem dieser Schüsse ein Konter kam und Nikolaus Meier, wiederholt schlecht aussah, war Tomas Vrba es vermocht den Puck im Alleingang an Lukas Steinhauer in das Tor vorbeizuschieben. Es brach im weiten Rund grenzenloser Jubel aus. Die IceFighters Leipzig schlugen nicht nur den Meister, sondern holten sich damit durch diesen atemberaubenden Derbysieg die Riesenchance morgen in Berlin (O² World) gegen F.A.S.S. Berlin doch noch im Endspurt am eigentlich schon sicher geglaubten Zweiten Erfurt vorbeizuziehen.

Die Mannschaft um Jiri Otoupalik kann Stolz auf ihre Leistung sein, nur die Chancenverwertung war nicht gut. Selbst Max Veltwisch zeigte auf der Verteidigerposition eine tolle und besonnene Leistung.
Nur manch Fan sollte sich mal hinterfragen, was Unterstützung wirklich bedeutet.

Im Hinblick zur am kommenden Wochenende beginnenden Zwischenrunde gilt es dieses zu verbessern und den Jungs mit einer großen Portion Euphorie zu helfen und anzutreiben. Wann und vor allem wo das Saisonhighlight beginnt steht weiterhin nicht fest.

Für den zweimaligen Derbysieger und Halle-Bezwinger Leipzig geht es morgen zum zweiten Mal an diesem Wochenende um Alles oder Nichts. Bei dieser brisanten Geschichte werden sicherlich auch viele Hallenser vor dem Rechner sitzen! (MB)



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