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05
Februar
2012

Ein toller Tag im eigentlich „ungeliebten“ Leipzig

Gestern um 13.15 Uhr traf sich eine 4-köpfige Reisegruppe um einen Tag in der „Hauptstadt von Polen“ zu verbringen. Der Start ging aber schief, durch mehrere Zufälle verpasste man um 15 Sekunden den ersten Zug. Eine halbe Stunde später ging es dann aber los. Im Zug fiel uns dann ein besonderer Fahrgast auf. Während der Kontrolle zeigte er eine Fahrplanauskunft dem Schaffner und meinte: „Das ist doch auch ein Fahrschein!“ Der Schaffner hatte Erbarmen bei der Kälte und ließ den Fahrgast weiterfahren. Diesen Fahrgast trafen wir auch auf der Rückfahrt noch mal.

Angekommen in Leipzig war die Temperatur im Vergleich zu Halle irgendwie noch tiefer, zumindest war unser Gefühl so. Mit der Straßenbahnlinie 15 in Richtung Meusdorf ging es dann in Richtung Altes Messegelände. Die Fahrt mit Zug und Straßenbahn war mehr als lustig und das ohne jeglichen Alkohol.

Angekommen um 15 Uhr in der Icearena Leipzig trafen wir dann auf unsere Leipziger Freundin, die der Grund für unsere Anreise war. Für sehr billigen Eintritt (4,50 €) und Verleih (3 €) ging es dann Eislaufen. Kleine Anmerkung: Wer schon eine Fahrkarte bezahlt, die es auch erlaubt nach Leipzig zu fahren, kann in der 40 km entfernten Stadt billiger Eislaufen gehen als in der Heimatstadt. Schon sehr traurig! In der Halle selbst war alles sehr gut organisiert, das gute Catering fiel ebenfalls auf. Selbst gebrannte Mandeln und Zuckerwatte für die kleinen Kinder gab es. Negativ war nur, dass die Eispflege einmal gemacht wurde und das Eis im Vergleich zu unserem schlechter war. Trotzdem hatten wir jede Menge Spaß, ließen uns sogar dazu hinreißen lustige und schöne Bilder zu machen. (Vor dem Fanblock der IFL und der Fahne).
Gegen 18 Uhr machten wir uns vorerst raus aus der Messehalle 6. Der erste Weg ging zu einem Auto, indem wir unsere Sachen verstauten. Danach sind wir noch bei HIT lecker in einem „kleinen“ Schnell-Restaurant was Essen gegangen. Es gab lecker Pizza, Döner und Nudeln. Für jeden war etwas dabei.

Um 19 Uhr war es dann soweit. Es ging in die Icearena Leipzig zum Spiel der IceFighters Leipzig gegen den ELV Tornado Niesky. Nachdem wir mit dem ermäßigten Eintritt (von 6 €!) in die Halle uns begaben, stand die Verpflegung an. Der eine holte sich ein Bier, der andere wie ich versorgte sich mit Pucks für das allseits bekannte Puckspiel. Dann wollten wir es nun wirklich wissen. Einmal in den Fanblock der IceFighters Leipzig, ja diesen Kick wollten wir haben. Um in den Block zu gelangen ging es an einer Wand vorbei die an den ehemalig gehassten Gegner Blue Lions Leipzig erinnerte, da an dieser Wand noch das Logo zu sehen ist. Das Gefühl war schon mulmig, denn diesen Vorgänger habe ich abgöttisch gehasst!

Nun zum Spiel: Den IceFighters merkte man an, dass es das 5. Spiel in 8 Tagen war. Sehr zögerlich gingen sie das Spiel an und schienen irgendwie noch nicht auf dem Eis gewesen zu sein. Die Folge war das 0:1 für die Tornados. Im Gegenzug glichen die IceFighters mit dem ersten Torschuss zum 1:1 aus. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals den Namen Müller oder „Fighters“ laut rufen würde, aber ich tat es. Aber auch in der Folgezeit zeigten die Lausitzer, trotz kleiner Kaderstärke, ihre Stärken. Mit schönen einstudierten Spielzügen überraschte man uns. Was uns speziell auffiel, war der selbstbewusste Auftritt der Gäste. In Halle stellte man sich einfach nur hinten rein und in Leipzig spielte man mit. Hier kam aber wirkliche Spannung auf, da hier kein einseitiger Spielverlauf zu erkennen war. Mit dem für mich schönsten Tor der Saison ging der Gast wieder in Führung. In einer 2 auf 1 Situation spielte Andreas Brill nach links auf Daniel Wahne, dieser schoss nicht sondern spielte zurück in die Mitte auf den dazu stürmenden Marco Noack. Der musste nur noch hoch einschieben, da Steve Stemm schon auf dem Boden lag. So spielt man eine Mannschaft aus. Manch Stürmer aus unseren Reihen hätte das ruhig mal sehen können, denn die Chancenverwertung muss zur Zwischenrunde besser sein!

Im zweiten Drittel verstand es Niesky nicht mehr mitzuspielen und igelte sich im eigenen Drittel ein. Leipzig drückte vehement auf den Ausgleich mit den tollen Fans im Rücken. Es dauerte allerdings bis zur 36 Minute. Dann erzielte Petr Hrach mit einem tollen Flachschuss aus linker Position das 2:2. Niesky konnte sich bei Ronny Greb bedanken, dass die IceFighters nicht höher führten. Obwohl Greb nicht sehr sicher auftrat.

Dann ging es in die zweite Pause, in dieser versuchte ich mein Glück im Puckspiel, konnte aber weder Freikarten noch ein exklusives IceFighters Fanpaket gewinnen. Mit einem leckeren Glühwein ging es in das letzte Drittel.

Leipzig merkte man dort den Kräfteverschleiß an, mehrere Male hielt der „saustarke“ Steve Themm den Gastgeber im Spiel. Kurz vor Schluss ließ sich Daniel Wahne, ein Ex-Hallenser, zu einem Stockschlag hinreißen. Dafür bekam er 5 + Spieldauer wegen Verletzungsfolge. Im anschließenden Powerplay trafen die Leipziger nichts. Erst als sich Lars Müller auf der Strafbank dazu gesellte, trafen die IceFighters. Erneut Petr Hrach fasste sich ein Herz und schoss den 3:2 Führungstreffer. Mit der ersten Führung im Rücken ließen die Leipziger nichts mehr anbrennen. Im Gegenteil: 30 Sekunden vor Schluss vernaschte Tomas Vrba die komplette Hintermannschaft samt Torwart der Tornados und netzte zum 4:2 Endstand ein. Die besten Spieler waren Steve Themm für die IFL und für den ELV war es Mojmir Musil.

Zur Stimmung: Die Behauptung, dass in Leipzig nur was los ist, wenn Halle da ist, muss ich strikt dementieren. Mit erfrischenden Trommeln (nämlich nur 1-2), neuen Gesängen und vor allem Tempo hatten wir viel Spaß gehabt. Es war natürlich auch aufgrund der kleineren Halle ein anderer Verbund zu spüren auf den Rängen. Mehr möchte ich nicht darauf eingehen, es war einfach eine gelungene Abwechslung zu unseren Heimspielen.

Danach fieberten wir, wie die Leipziger am Ticker. Erfurt holte am Ende durch Glück wohl die entscheidenden Punkte für die Zwischenrunde, da sie jetzt 7 Punkte Vorsprung auf die Leipziger haben und noch 2 Heimspiele bestreiten. Bei voller Punktausbeute ist Erfurt durch, wie im übrigen auch wir. Die Saale Bulls holten ohne eigene Beteligung, dank Chemnitz, die Meisterschaft der Oberliga Ost in der Saison 2011/ 2012! Da Erfurt nur noch auf 63 Punkte kommen kann und der MEC genau diese Punktzahl hat ist man durch, da der direkte Vergleich an Halle geht!

Diese Meisterschaft feierten wir unter zahlreichen IceFighters Fans auf der Fanparty in den VIP-Räumen mit einem Bierchen. Voller Genugtuung versteht sich. Natürlich ließen wir uns es nicht nehmen und holten uns ein Foto mit Jedrzej Kasperczyk. Als dann der Stadionsprecher der IFL einen Seitenhieb in Richtung Halle schoss, schlugen wir zurück. Manu nahm seinen Schal legte ihn vor Kaspi und drehte die Indians Seite um. Zum Vorschein kamen dort natürlich die Saale Bulls. Kasperczyk war einen Moment total sprachlos und die Leipziger standen erstaunt mit offenem Mund daneben. Manche rieben sich kurzzeitig die Augen und manche mussten sich dieses Highlight mit einem Foto versüßen. Klarer Punktsieg für Halle.
Danach musste auch noch Erik Reukauf dran glauben und musste sich zum Foto zu uns gesellen. Er erkannte uns schon bevor wir überhaupt gesagt hatten woher wir kommen. Nach einem kurzen Gespräch mussten wir uns dann wohl oder übel auf dem Heimweg machen. Dann setzte ich aber nochmals auf Konfrontation und richtete Jens liebe Grüße aus Halle am DJ Pult aus. Der war etwas irritiert und war ebenfalls sprachlos.

Dann war es soweit, wir verabschiedeten uns von unserer Leipziger Freundin und deren Bruder, sowie einem Kumpel. Übrigens waren unsere Meinung komplett aufgeschlossen gegenseitig. Wir verstanden uns so gut, dass wir Absprachen schlossen und uns auf Wetten einließen.
Mit einem merkwürdigen Gefühl im Bauch verließen wir das Alte Messegelände. Wir sind uns sicher, dass wir einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben bei den IceFighters!

Ein toller Nachmittag und Abend ging somit so langsam zu Ende. Es bleibt nur festzuhalten: Bei aller Rivalität, es gibt vielmehr im Leben als Eishockey. Dazu zählen z.B. auch tolle Freundschaften. Wir lassen uns jedenfalls nicht beirren und freuen uns auf weitere solche Momente. Es klingt makaber, aber danke: Leipzig!!!



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